08 September 2017

Gold vor einer Renaissance?

Der Goldpreis hat die Marke von 1.300 US-Dollar nach mehreren Anläufen geknackt und sogar ein neues 1-Jahreshoch bei 1.356 USD erreicht. Ein schwacher Dollar lässt Gold-Fans bereits seit den Sommermonaten jubeln. Ist damit die jahrelange Durststrecke beendet?
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In den vergangenen Jahren hat es Gold schwer gehabt. Während der Aktienmarkt ein Rekordhoch nach dem anderen erklomm, rutschte der Goldpreis immer tiefer ab. Den Tiefpunkt erreichte der Goldpreis im Dezember 2015 mit Kursen unterhalb von 1.050 USD. Das Edelmetall war nur für wenige eine Anlagealternative. Das könnte sich ändern, wenn der Sprung über die 1.300 Dollarmarke nachhaltig sein sollte.

Der jüngste Anstieg seit den Sommermonaten ist auch auf zahlreiche, spekulative Käufe zurückzuführen. So haben Terminmarktanleger ihre Netto-Long-Positionen ab Juli deutlich ausgeweitet. Zuletzt haben sie das höchste Niveau seit September 2016 erreicht. Die Bewegung setzte sich dabei aus zwei Trends zusammen: der Aufbau der Long-Positionen und der Abbau der Short-Positionen, die sich die Waage gehalten haben. Inzwischen sind die Short-Positionen auf ein Mehrjahrestief gefallen, so dass sich diese Impulse für einen steigenden Goldpreis in den nächsten Wochen abschwächen könnten.


Produktideen: Faktor-Zertifikat auf HSBC Gold-Future Faktor 10 Index

Markterwartung Maßgeblicher Future-Kontrakt Produktart Hebelfaktor WKN
Steigende Kurse Gold-Future (Kontrakt Dez 17) Long 10 TD99DR
Fallende Kurse Gold-Future (Kontrakt Dez 17) Short 10 TD99DX

Stand: 08.09.2017 – 11:26 Uhr

Produktbeschreibung finden Sie hier

Behutsame Notenbanken

Unterstützend ist dagegen die Geldpolitik der bedeutenden Notenbanken, die weiterhin expansiv ausfallen dürfte. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr ist gesunken und liegt derzeit deutlich unter 50 Prozent. Diese Entwicklung hat gleichzeitig den Dollar geschwächt. Zum ersten Mal seit Jahren fiel der Dollarindex wieder unter die Marke von 92 Punkten. Der Dollarindex zeigt die Entwicklung des Greenbacks gegenüber sechs anderen großen Weltleitwährungen an, etwa den Euro oder den Yen. Ein sinkender Dollar hilft oft dem Goldpreis, da das Edelmetall in Dollar notiert und dadurch günstiger wird.

Auch die EZB geht behutsam in der Geldpolitik vor. Wie erwartet drehte sie in dieser Woche weder an der Zinsschraube, noch hat sie ihre monatlichen Anleihekäufe in Höhe von 60 Milliarden Euro reduziert. EZB-Chef Mario Draghi hat außerdem auf der anschließenden Pressekonferenz keine Ankündigungen über eine Rückführung der Anleihekäufe gemacht. Sie sollen zum nächsten Sitzungstermin im Oktober genannt werden. Die Rentenmärkte reagierten mit einem Renditerückgang auf die Äußerungen Draghis. So sanken die Zinsen der zehnjährigen Bundesanleihen von rund 0,35 um mehr als 0,05 Prozentpunkte. Sinkende Zinsen stützen wiederum den Goldpreis, da Anleger mit einem Gold-Engagement keine Zinserträge erzielen. Da zuletzt auch die Aktienmärkte seitwärts bis abwärts tendierten, ist Gold zu einer Anlagealternative geworden. Sollte sich der Trend an den Aktienmärkten sowie beim Dollar fortsetzen und auch die Geldpolitik ihr Niedrigzinsniveau beibehalten, könnte Gold einen weiteren Kursaufschwung erleben.

 

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