Charttechnik

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S&P 500® (daily): Flagge in Auflösung?

Im „HSBC Daily Trading“ – unserem börsentäglichen, kostenfreien Newsletter – hatten wir in Bezug auf den S&P 500® zuletzt mehrfach das Spannungsfeld zwischen einer drohenden Topformation und einer trendbestätigenden Flaggenkonsolidierung diskutiert. Möglicherweise stehen die amerikanischen Standardwerte gerade vor einem Ausbruch gen Norden und somit vor einer positiven Weichenstellung. Zuletzt hatte sich die 50-Tage-Linie (akt. bei 7.424 Punkten) mehrfach als solider Halt herauskristallisiert, ehe jüngst der Spurt über den Korrekturtrend der letzten Wochen (akt. bei 7.488 Punkten) gelang. Damit ist die Korrekturflagge der letzten Wochen abgeschlossen – perspektivisch lässt dieses Konsolidierungsmuster auf neue Rekordstände jenseits des alten Allzeithochs bei 7.621 Punkten schließen (siehe Chart). Abgeleitet aus der Juni-Korrektur bilden zwei Fibonacci-Projektionen bei 7.767 bzw. 7.858 Punkten im „uncharted territory“ die nächsten Widerstände. Aber auch unter dem Blickwinkel eines aktiven Money Managements liefert der aktuelle Kursverlauf eine wichtige Orientierungshilfe: Um das Risiko eines Fehlausbruchs gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte der S&P 500® die 50-Tage-Linie in Zukunft nicht mehr unterschreiten. Eine Haltelinie von strategischer Tragweite stecken indes die Ausbruchsmarken bei 7.000 Punkten ab – noch zusätzlich verstärkt durch den Durchschnitt der letzten 200 Tage (akt. bei 6.961 Punkten).

 

Quelle: LSEG, tradesignal, HSBC; Stand: 10.07.2026. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.** 5-Jahreschart am Artikelende.

Advance-/Decline-Linie NYSE (daily): Von Hoch zu Hoch

Quelle: Macrobond, HSBC; Stand: 10.07.2026. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**

Unter die Arme greift den amerikanischen Standardwerten möglicherweise die Marktbreite. Doch der Reihe nach: Die Analyse der grundsätzlichen Marktverfassung gehört nicht nur im Rahmen unseres Jahresausblicks zu unseren absoluten Pflichtaufgaben. Dass Anleger schnell und unkompliziert mit Hilfe unserer Analysemethode in die Lage versetzt werden, eine große Anzahl von Aktien zu überprüfen, zählt zweifelsohne zu den wichtigsten Stärken der Technischen Analyse. Anhand der dadurch gewonnenen Eindrücke können Investoren entscheiden, ob eine grundsätzlich gute Marktphase vorliegt, in der die Flut alle Boote hebt, oder ob der Wind eher von vorne kommt. In diesem Kontext analysieren wir besonders gerne den ältesten Marktbreiteindikator überhaupt: Die Advance-/Decline-Linie. Der Saldo aus gestiegenen und gefallenen Aktien für alle an der NYSE notierten Papiere hat den Einbruch vom Frühjahr bestens verdaut, strebt unverändert von Hoch zu Hoch und konnte neue Allzeithochs verbuchen. Gleiches gilt für die A-/D-Linie des S&P 500®, d. h. die Mehrzahl der Einzelaktien trägt die laufende Aktienrally unverändert. In der Summe stellt dieser Marktbreiteindikator unverändert einen unterstützenden Faktor für die Aktienmärkte dar.

 

Euro STOXX 50® (monthly): Überzeugendes Chartbild

Der Euro STOXX 50® hat mit 6.431 Punkten ein neues Allzeithoch markiert und bestätigt damit die übergeordnete Aufwärtsbewegung. Technisch besonders konstruktiv: Im Frühjahr kam es zuvor zu einem idealtypischen Pullback an die vorherige Ausbruchszone bei 5.500 Punkten. Zur Erinnerung: Dieses Level markiert das ehemalige Rekordhoch aus dem Jahr 2000, welches ein Viertel Jahrhundert lang Bestand hatte. Aus dem Zusammenspiel von Rücksetzer und anschließender, dynamischer Erholung ergibt sich per Saldo eine „V-Formation“. Solche Muster stehen häufig für eine schnelle Rückkehr der Käuferseite und sprechen beim aktuell hohen Momentum (MACD, RSL) für eine (Aufwärts-)Trendfortsetzung. Aus der Tiefe des zwischenzeitlichen Einschnittes – sprich der Höhe des diskutierten V-Musters – lässt sich ein technisches Projektionsziel von rund 7.000 Punkten ableiten. Dieses Niveau fungiert als nächster Zielbereich. Aber auch unter Money Management-Aspekten liefert der aktuelle Kursverlauf eine wichtige Orientierungshilfe. So definiert das Februarhoch bei 6.200 Punkten eine erste Unterstützung – von strategischer Tragweite ist aber vor allem die Ausbruchszone bei 5.500 Punkten. In diesem Jahr laufen die europäischen Standardwerte zudem besser als ihre deutschen Pendants.

 

Quelle: LSEG, tradesignal, HSBC; Stand: 08.07.2026. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.** 5-Jahreschart am Artikelende.

 

 

Ihr Jörg Scherer
Leiter Technische Analyse HSBC Deutschland

 

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5-Jahrescharts

5-Jahreschart: S&P 500®

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 10.07.2026 Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

 

 

 

5-Jahreschart: Euro STOXX 50®

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 10.07.2026 Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

 

 

 

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