30 Mai 2026

Wochenrückblick – Hoffnungen übertreffen die Sorgen

Zusammen mit Ihnen wollen wir einen Blick auf die aktuelle Wochenhistorie werfen. Was war wichtig? Was bewegte den Markt? Wir haben die wichtigsten Ereignisse übersichtlich für Sie zusammengefasst.
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25.05.2026 | 16:30
Kevin Warsh übernimmt die Fed
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21.05.2026 | 17:30
NVIDIA legt Rekordquartal vor
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Die großen Indizes konnten im Wochenverlauf getragen von Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten und einem rückläufigen Rohölpreis weiter zunehmen. Auf Unternehmensseite sorgten teils deutliche Kursbewegungen über Nacht in beide Richtungen für Aufmerksamkeit, während das Thema KI die Erwartungen der Anlegerinnen und Anleger je nach Branche weiterhin spürbar auseinanderlaufen lässt. Zudem gab es wichtige konjunkturelle Daten aus Deutschland, USA und Japan.

 

Globaler Aktienmarkt – DAX® stabil, US-Indizes setzen ihre Serie fort

Der DAX® konnte in dieser Woche leicht zulegen. Nach einem Start am Montag mit Aufwärtsgap bei rund 25.181 Punkten kam es von Dienstag bis Donnerstag zu moderaten Rücksetzern, insgesamt blieb die Tendenz jedoch positiv. Am Freitagmittag notierte der DAX® bei ungefähr 25.087 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von ca. 0,80 %.

Aufgrund des Memorial Day am Montag war die Handelswoche an den US-Börsen verkürzt. Der S&P 500® zeigte sich dennoch robust und notierte über die Woche hinweg stets im Plus – damit verbucht der Index die neunte positive Woche in Folge. Nach dem Start am Dienstag bei rund 7.511,79 Punkten stieg der Index bis Freitagmittag um etwa 1,41 % auf über 7.579,24 Punkte. Auch der Nasdaq-100® präsentierte sich stark und durchbrach eine historische Marke: Zum Wochenauftakt schloss der Index nach einem Aufwärtsgap von über 1 % erstmals über der 30.000-Punkte-Marke. Nach einem kleinen Rücksetzer am Dienstag konnte der Tech-lastige Index am Donnerstag sein Momentum nutzen und bei 30.223 Punkten schließen. Der Kurs zur Eröffnung am Freitag lag bei 30.291,69 Punkten. Der Dow Jones Industrial Average® bewegte sich dagegen weniger dynamisch. Nach einem leichten Verlust am Dienstag holte er im Wochenverlauf wieder auf und eröffnete am Freitagnachmittag bei 50.876 Punkten mit 0,60 % leicht im Plus.

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DAX®S&P 500®Nasdaq-100 Index®Dow Jones Industrial Average®

 

Wichtige Entwicklungen auf politischer Ebene

Im Nahen Osten gab es in dieser Woche gemischte Signale. Während die USA wiederholt eine bevorstehende Friedensvereinbarung in Aussicht stellten, dementierte der Iran entsprechende Fortschritte und blieb in seiner Verhandlungsposition hart. Teheran pocht weiterhin auf ein Anrecht zur Anreicherung von Uran und die Kontrolle der Straße von Hormus – inklusive einer Abgabe von 2 Mio. USD pro passierendem Öltanker, die als Umweltabgabe deklariert wird. Zusätzlich kam es im Wochenverlauf erneut zu einem Zwischenfall zwischen den beiden Marinen, der zunächst neue Zweifel am Waffenstillstand auslöste. Zum Ende der Woche wurde jedoch eine weitere 60-tägige Verlängerung angekündigt.

Die Preise für ein Barrel Öl der Sorten Brent und WTI gaben im Wochenverlauf erneut nach. Der Brent-Crude-Future (Lieferung Juli) fiel von rund 103,54 USD zu Wochenbeginn auf etwa 92,41 USD am Freitagmittag, während der WTI-Crude-Future (Juli) von etwa 96,60 USD auf rund 88,90 USD pro Barrel sank.

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Brent Crude FutureWTI Crude Future

 

Zentrale konjunkturelle Ereignisse

In dieser Woche wurden das Verbrauchervertrauen in den USA und in der Eurozone sowie der Geschäftsklimaindex und das wirtschaftliche Vertrauen veröffentlicht. Die monatlichen Erhebungen blieben unterm Strich auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vormonat, was auf eine weiterhin stabile, aber wenig dynamische Stimmungslage hindeutet. Am Donnerstag folgten in den USA zudem die Daten zum Core Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index im Monats- und Jahresvergleich. Dieses Inflationsmaß misst die Preisentwicklung der von privaten Haushalten tatsächlich konsumierten Waren und Dienstleistungen (ohne Energie und Lebensmittel). Auf Monatssicht gab der Index um 0,1 % nach, auf Jahressicht stieg er um 0,1 %. Zum Wochenschluss wurden außerdem wichtige Inflationszahlen aus Japan und Deutschland veröffentlicht. In Japan ging die Teuerungsrate auf Jahressicht um 0,1 % zurück und liegt nun bei 1,4 %. In Deutschland ging sie im Jahresvergleich von 2,90 % auf 2,7 % zurück. Auf Monatssicht fiel der Verbraucherpreisindex in Deutschland sogar von 0,6 % auf -0,2 % ins Negative, was auf nachlassenden Preisdruck hindeutet.

Der EUR/USD-Wechselkurs zeigte in dieser Woche keine große Schwankungsbreite und notierte zum Wochenende mit einem Plus von 0,33 % bei 1,638.

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EUR/USD

 

Bedeutende Unternehmensnachrichten

Micron Technology hat die Marke von rund 1 Billion US-Dollar Marktkapitalisierung erreicht. Der US-Konzern zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Speicherchips und deckt mit DRAM- und NAND-Produkten sowie besonders leistungsfähigen High-Bandwidth-Memory-(HBM)-Lösungen zentrale Bausteine moderner Recheninfrastruktur ab. Vor allem im Kontext von KI-Rechenzentren wird Speicher zunehmend als kritischer Faktor betrachtet: Neben leistungsstarken Prozessoren ist eine hohe Speicherbandbreite nötig, damit KI-Systeme große Datenmengen schnell zwischen Recheneinheit und Speicher bewegen können. Micron liefert nach eigenen Angaben HBM3E-Speicher, der genau auf diese Anforderungen ausgelegt ist. In der Branche gilt HBM als Engpasskomponente, da die Produktionskapazitäten für diesen Spezial-Speicher begrenzt sind. Das trifft auf eine Phase, in der große Cloud- und Plattformanbieter wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta ihre Investitionen in Rechenzentren ausweiten. An der Börse zeigten sich zuletzt deutliche Bewegungen: Im Wochenverlauf legte die Micron-Aktie um knapp 23 % zu. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs etwa verdreifacht; seit Anfang 2025 ist sogar ein Anstieg um das Zehnfache zu beobachten.

Auch im Softwaresektor zeigte sich die zuletzt erhöhte Volatilität. Das US-Unternehmen Zscaler, spezialisiert auf Cloud-basierte Informationssicherheit, legte am Dienstag seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Diese fielen solide aus und übertrafen die ursprünglichen Prognosen, doch der Ausblick für das Gesamtjahr enttäuschte die Anleger. Die Umsatzprognose veranschlagt das Unternehmen auf 85–88 Mio. USD, während der Marktkonsens bei knapp über 89 Mio. USD lag. Der Aktienkurs von Zscaler verlor am Folgetag über 30 % und notierte zum US-Börsenstart am Mittwoch nur noch bei rund 135 USD, nachdem die Aktie am Dienstag noch bei ca. 184 USD gelegen hatte.

Für Bewegung sorgte zudem die Delivery-Hero-Aktie. Am Dienstag rückte der Titel erneut in den Fokus, nachdem Medienberichte darauf hindeuten, dass Uber Technologies eine vollständige Übernahme des Berliner Essenslieferdienstes weiterhin in Erwägung zieht. Uber, das mit Uber Eats selbst im Liefergeschäft aktiv ist, hat seine Beteiligung an Delivery Hero in den vergangenen Wochen schrittweise ausgebaut. Obwohl der US-Konzern am 18. Mai betonte, seine Position nicht weiter erhöhen zu wollen, erwarb Uber nun weitere Anteile vom Großaktionär Aspex und hält damit mehr als 36 % des ausstehenden Kapitals, wovon weiterhin nur 24,99 % Stimmrechtsanteile sind. Das Unternehmen bleibt somit unter der Schwelle von 30 %, ab der ein verpflichtendes Übernahmeangebot an die Aktionäre ausgelöst würde. Bereits am Freitag der Vorwoche hatte Uber ein unverbindliches Angebot von 33 Euro je Aktie vorgelegt, das unter der damaligen Marktbewertung lag und abgelehnt wurde. Im Markt wird auf Erwartungen einzelner Großaktionäre verwiesen, die eine Bewertung von mindestens 40 Euro je Aktie als Orientierung nennen; dies entspräche einer Marktkapitalisierung von knapp 13 Mrd. Euro. Bereits zuvor hatte auch der US-Lieferdienst DoorDash, zu dem die Marke Wolt gehört, Interesse am Nahostgeschäft von Delivery Hero sowie an einer möglichen Komplettübernahme signalisiert. Vor dem Hintergrund der Übernahmefantasie hat sich die Aktie seit Anfang Mai deutlich bewegt und ist in diesem Zeitraum um mehr als 84 % auf zuletzt 38,58 Euro gestiegen.

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Micron Technology Inc.ZscalerDelivery Hero AGUber Technologies Inc.DoorDash Inc.

 

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