22 Jänner 2019

Im Goldminensektor nimmt das Übernahmekarussell Fahrt auf

Viele Goldförderer haben in den vergangenen Jahren kräftig auf die Kosten- und Investitionsbremse getreten und Schulden abgebaut. Nun treiben die führenden Unternehmen der Branche durch Übernahmen die Konsolidierung weiter voran. Die Branche verändert sich grundlegend.
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Der Goldpreis hat sich in den vergangenen Monaten kräftig erholt und notiert nun knapp unter dem Sieben-Monats-Hoch. Allerdings hat er zuletzt etwas nachgegeben, weil Investoren wegen der kräftigen Erholung beim S&P 500® wieder etwas Geld aus Gold in Aktien umgeschichtet haben. Investoren gehen davon aus, dass die US-Notenbank wegen der Sorge vor einer Abkühlung der US-Wirtschaft und der möglichen Rückkehr von Turbulenzen beim S&P 500® in diesem Jahr die Zinsen nicht anheben dürfte. Diese Entwicklung spiegelt der Fed Fund Futures Rate wider. Da die Zinsnachteile zu anderen Kapitalanlagen nicht zunehmen, stützt dies tendenziell den Goldpreis.


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Gold


Newmont steigt mit Akquisition zum Branchenprimus auf

Die größten Unternehmen aus der Goldminenbranche nutzen das sich bessernde Umfeld und gehen auf Akquisitionstour. Zuletzt hat der US-Riese Newmont Mining angekündigt, für 10 Mrd. Dollar den kanadischen Wettbewerber Goldcorp zu kaufen. Das ist der größte Deal in der Geschichte des Sektors, gleichzeitig entsteht ein neuer Branchenprimus mit Minen in Amerika, Australien und Ghana sowie einer jährlichen Förderung von rund 7,9 Mio. Unzen. Weil Investoren befürchten, dass Newmont einen zu hohen Preis bezahlt, verlor die Aktie allerdings rund zehn Prozent.


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Newmont Mining Corp. Goldcorp Inc.


Nachdem zahlreiche Unternehmen der Branche in den vergangenen Jahren kräftig die Investitionen gekürzt haben, ist es für viele von ihnen schwierig geworden, neue Goldvorkommen zu finden und die Produktion zu steigern. Unternehmenszusammenschlüsse sollen das Problem lösen. Newmont und Goldcorp beabsichtigen in den nächsten zwei Jahren Vermögenswerte von insgesamt 1,5 Mrd. Dollar zu verkaufen und sich auf die profitabelsten Minen zu konzentrieren.


Barrick Gold besitzt fünf der bedeutendsten Minen der Branche

Die Übernahme von Goldcorp durch Newmont kommt nur wenige Wochen nachdem Barrick Gold die Übernahme des Konkurrenten Randgold für 5,4 Mrd. Dollar abgeschlossen hat. Das neu entstandene Unternehmen besitzt fünf der zehn führenden Minen der Branche. Der Konzern will weitere Minen mit niedrigen Förderkosten kaufen und sich gleichzeitig von weniger profitablen Standorten trennen. Chef des neuen Unternehmens ist Mark Bristow, der zuvor Randgold geleitet hat.


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Barrick Gold


Allerdings steigen durch den Deal die Risiken bei Barrick Gold, da Randgold stark in Afrika und damit in einer Region mit hohen politischen Risiken engagiert ist. Die beiden Unternehmen fokussieren sich stark auf die Förderkosten, um selbst bei Preisen von 1.000 Dollar je Unze, noch profitabel zu sein. Firmenchef Bristow muss zunächst Barricks Probleme in Tansania angehen, wo die Tochter Acacia Mining schon seit Jahren einen Konflikt mit der Regierung austrägt. Da sowohl Newmont Mining als auch Barrick Gold weniger profitable Minen verkaufen möchten, dürfte die Konsolidierung in der Branche weiter vorankommen.


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