Die großen Indizes zeigten sich in dieser Woche insgesamt stabil. Im Fokus standen geopolitische Signale aus Osteuropa und Gespräche zur Lage im Nahen Osten sowie leicht steigende Ölpreise. Zudem prägten Eurozonen-Inflationsdaten, US-Arbeitsmarktzahlen und mehrere Unternehmensberichte die Stimmung.
Globaler Aktienmarkt – DAX® stabil, US-Indizes zum Wochenende mit leichten Rücksetztern
Der DAX® startete mit 25.083 Punkten in die Woche, konnte die Marke von 25.000 Punkten jedoch nicht nachhaltig verteidigen. Bereits am Montag kam es innerhalb einer Stunde zu einem deutlichen Rücksetzer von zeitweise über 300 Punkten, bevor sich der Index im weiteren Wochenverlauf wieder stabilisierte. Am Freitagmittag notierte der DAX® knapp unter 25.000 Punkten. Auf Wochensicht entspricht das einem Minus von rund 1%.
Der S&P 500® begann die Woche bei 7.582 Punkten und zeigte insgesamt nur geringe Ausschläge. Am Freitag eröffnete der Index bei 7.537 Punkten und lag damit nahezu auf dem Niveau des Wochenstarts.
Der Nasdaq startete bei 30.925 Punkten in die Woche, eröffnete am Freitag jedoch bei 29.992 Punkten und verlor in den Anfangsminuten zunächst weiter. Das entspricht einen Rückgang von knapp 3% gegenüber dem Wochenauftakt.
Der Dow Jones Industrial Average® eröffnete die Woche bei 51.161 Punkten und konnte im Verlauf leicht zulegen. Zur US-Börseneröffnung am Freitag stand der Index bei 51.610 Punkten, gab jedoch in den ersten Handelsminuten auf unter 51.400 Punkte nach.
Wichtige Entwicklungen auf politischer Ebene
In Osteuropa gab es in dieser Woche neue diplomatische Signale. Der ukrainische Präsident bot Putin erneut einen sofortigen Waffenstillstand sowie ein persönliches Treffen an und veröffentlichte dazu am Donnerstagabend einen entsprechenden Brief. Putin zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit. Selenskyj schlug vor, dass während der Friedensverhandlungen die Waffen ruhen sollten. Als Basis für mögliche Gespräche nannte er die aktuelle Kontaktlinie. Ein Treffen könne laut Selenskyj auch auf neutralem Boden stattfinden, auch unter Einbindung der EU und der USA.
Während in Osteuropa ein Treffen weiter nur in Aussicht steht, gab es zur geopolitischen Situation im Nahen Osten bereits Gespräche – und zwar in den USA: Israel und der Libanon verhandelten dort über die Lage in der Region. Trotz anhaltender Kämpfe mit der Hisbollah gibt es Bestrebungen, die Waffenruhe zwischen beiden Ländern zu erneuern.
Die Preise für ein Barrel Öl der Sorten Brent und WTI legten im Wochenverlauf leicht zu. Der WTI-Crude-Future (Lieferung Juli) startete zu Wochenbeginn bei rund 88,50 USD und stieg zwischenzeitlich bis auf etwa 97 USD. Brent begann die Woche bei ca. 92,58 USD, verhielt sich diese Woche allerdings ruhiger und kletterte im Verlauf zeitweise auf knapp 99 USD pro Barrel.
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Zentrale konjunkturelle Ereignisse
Anfang der Woche standen Daten aus Deutschland und der Eurozone im Fokus. Am Montag wurden die deutschen Einzelhandelsumsätze für April 2026 veröffentlicht. Sie verzeichneten im Monatsvergleich real einen Rückgang um 0,3 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat April 2025 sanken die Umsätze zudem um 0,2 %, was auf eine weiterhin verhaltene Konsumdynamik hindeutet.
Am Dienstag folgten die Inflationsdaten aus der Eurozone. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai im Jahresvergleich auf 3,2 % (nach 3,0 % im April) und erreichten damit den höchsten Stand seit September 2023. Als wesentlicher Treiber gelten die gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs. Damit rückt auch die Frage nach einer möglichen Zinserhöhung stärker in den Vordergrund, da ein anhaltender Inflationsschub die geldpolitischen Spielräume der EZB weiter einengen könnte.
Zum Wochenschluss blickten die Märkte außerdem besonders auf die US-Arbeitsmarktzahlen, die wie immer am ersten Freitag des Monats veröffentlicht wurden. Die US-Arbeitsmarktdaten fielen im Mai solide aus: Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft stieg um 172.000 Stellen, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,3 % blieb. Zuwächse gab es vor allem im Bereich Freizeit und Gastgewerbe, in der Kommunalverwaltung sowie im Gesundheitswesen, während die Beschäftigung in den Finanzdienstleistungen zurückging. Die Zahlen gelten als zentraler Gradmesser für die Konjunktur- und Inflationsdynamik in den USA und könnten damit auch die Zinserwartungen gegenüber der US-Notenbank (Fed) beeinflussen.
Der EUR/USD-Wechselkurs zeigte in dieser Woche keine große Schwankungsbreite. Er startete am Montagmorgen bei 1,1655, rutschte im Wochenverlauf am Mittwoch und Donnerstag zwischenzeitlich unter 1,16. Der Euro konnte sich aber im restlichen Verlauf der Woche wieder erholen.
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Bedeutende Unternehmensnachrichten
Auf Unternehmensseite sorgten in dieser Woche vor allem Quartalszahlen und Ausblicke für Bewegung. Broadcom geriet nach der Zahlenvorlage am Mittwoch unter Druck: Zwar stiegen Umsatz und Free Cashflow deutlich (Umsatz +48 % auf 22,187 Mrd. USD; Free Cashflow 10,262 Mrd. USD) und auch der Gewinn je Aktie legte von 1,03 auf 1,91 USD zu (bereinigt: 2,44 USD). Enttäuschend wirkte jedoch der Ausblick für das KI-Geschäft im laufenden Quartal, der unter den Markterwartungen blieb, trotz Verweis auf starke Nachfrage nach KI-Netzwerktechnologien und kundenspezifischen Beschleunigern sowie erwarteten KI-Umsätzen von rund 16 Mrd. USD. Die Aktie fiel am Donnerstag um knapp 12 % (zum Vortagesschlusskurs) auf etwa 418 USD.
Auch Palo Alto Networks legte Zahlen für das dritte Quartal vor. Nach einem zwischenzeitlichen Rekordhoch von 300 USD zu Wochenbeginn konnte die Aktie das Niveau ab Dienstag nicht halten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 31 % auf rund 3 Mrd. USD, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,85 USD (Vorjahr: 0,80 USD). Das Management verwies auf starkes Plattformwachstum, steigende Profitabilität und organisch wachsende Auftragseingänge – insbesondere durch Nachfrage nach der Absicherung von KI-Implementierungen. Für das Gesamtjahr 2026 stellt Palo Alto Networks ein Umsatzwachstum von rund 24 % in Aussicht; zum Wochenende notierte die Aktie zeitweise unter 275 USD.
Positive Akzente setzte CrowdStrike: Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 stieg der Umsatz auf 1,39 Mrd. USD (+25,6 %), das bereinigte Ergebnis lag bei 1,10 USD je Aktie. Auf Basis der Entwicklung hob das Unternehmen den Ausblick an und rechnet nun mit 5,91 bis 5,96 Mrd. USD Umsatz sowie einem bereinigten EPS von 4,88 bis 4,96 USD für das Gesamtjahr. Zusätzlich kündigte CrowdStrike den ersten Aktiensplit der Firmengeschichte an (4:1 als Aktiendividende, Stichtag 25. Juni 2026). Bemerkenswert war zudem die GAAP-Entwicklung: Das Nettoergebnis drehte mit 27,8 Mio. USD erstmals ins Plus, nach einem Verlust im Vorjahresquartal.
Zuletzt stand am Donnerstag noch Lululemon im Fokus. Das EPS lag mit 1,69 USD leicht über den Erwartungen, dennoch belastete ein schwacher Ausblick die Aktie deutlich. Für 2026 senkte das Management die Prognose und erwartet nun 11,00 bis 11,15 Mrd. USD Umsatz sowie 10,95 bis 11,15 USD Gewinn je Aktie. Während das internationale Geschäft teils mit Zuwächsen von über 30 % wächst, schwächelt der US-Heimatmarkt bei den vergleichbaren Umsätzen; zusätzlich erhöhen steigende Zölle und intensivere Konkurrenz durch Marken wie Alo Yoga und Vuori den Druck.
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