HSBC Zertifikate FAQs

1. Was ist ein Anlagezertifikat?

Unter der Bezeichnung Anlagezertifikat versteht man ein in der Regel börsennotiertes, derivatives Finanzprodukt, das dem Inhaber die Partizipation an der Kursentwicklung des dem Anlagezertifikat zugrunde liegenden Wertpapiers oder Finanzinstruments als Basiswert verbrieft. Dies kann z.B. eine Aktie, ein Index, ein Aktienkorb, eine bestimmte Menge eines Rohstoffs, ein Zins-Future oder auch ein Währungswechselkurs sein. Anlagezertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen, die von Emittenten begeben werden und mit begrenzter oder unbestimmter Laufzeit ausgestattet sein können. Wirtschaftlich betrachtet sind Anlagezertifikate grundsätzlich eine Kombination von mindestens zwei Finanzanlagen. Genau genommen handelt es sich hierbei um die Kombination eines Kassamarktinstruments und eines oder mehrerer derivativer Terminmarktinstrumente zu einer festen rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit.

2. Warum erhalten Anleger beim Erwerb von Anlagezertifikaten nie eine Ausschüttung, wenn die Aktie, die dem Zertifikat zugrunde liegt, eine Dividende zahlt?

Meist liegt es daran, dass Zertifikate spezielle Strukturen aufweisen, die es vorsehen, die während der Laufzeit zu erwartenden Dividendenausschüttungen als Baustein in die Ausstattung des Zertifikats einfließen zu lassen. Denkt man hier beispielsweise an die bekannten Bonus-Zertifikate, die bei Fälligkeit unter bestimmten Voraussetzungen einen Bonusbetrag zahlen, wird deutlich, dass dieser Betrag irgendwo herkommen muss. Auch der Abschlag eines Discountzertifikats muss durch bestimmte Bausteine kreiert werden. In der Regel wird die Ausstattung eines Zertifikats für den Anleger umso attraktiver ausfallen, je höher die während der Laufzeit erwarteten Dividendenschätzungen einer Aktie ausfallen. Anleger müssen folglich nicht auf Dividenden einer Aktie verzichten. Vielmehr erhalten sie diese über Umwege, z. B. in Form eines Bonusbetrags oder Discounts. Anders verhält es sich bei Zertifikaten auf so genannte Performanceindizes.


Diese unterstellen eine Reinvestition von Bezugsrechten und Dividenden in diejenigen Aktien, aus denen ebendiese Erträge resultieren, woraus ein höherer Kurs des Index folgt. Performanceindizes dienen häufig als Basiswerte von Partizipationszertifikaten und bieten Anlegern so die Chance, an Dividendenausschüttungen und anderen Rechten in Form eines höheren Indexkurses zu partizipieren. Es gibt allerdings auch Zertifikate, bei denen die Dividende nicht der Strukturierung dient, sondern die eine Weitergabe an den Kunden vorsehen. Diese Weitergabe erfolgt grundsätzlich in Form einer Bezugsverhältnisanpassung.

3. Kann der Spread eines Anlagezertifikates ausgeweitet werden? Ist dieses Vorgehen zulässig?

Obwohl die Spanne zwischen An- und Verkaufskursen (Spread) bei HSBC nahezu immer konstant gehalten wird, gibt es Marktsituationen, in denen die Ausweitung des Spreads für die Erhaltung der risikoneutralen Position des Emittenten notwendig sein kann. In der Praxis kommt es allerdings bei HSBC in nur sehr seltenen Fällen zu einer kurzfristigen Ausweitung des Spreads, die häufig dann auch nur für eine bestimmte Stückzahl Gültigkeit besitzt, z.B. wenn im Späthandel nach Börsenschluss mehrere hunderttausend Derivate auf eine illiquide Aktie gehandelt werden sollen. Bei sehr liquiden Basiswerten, wie z.B. bei vielen deutschen Standardwerten, ist der Spread von vornherein eher gering. Bei Werten mit einer sehr geringen Liquidität, wie z.B. bei kleineren deutschen Nebenwerten, ist der Spread in der Regel größer.

4. Wie werden Anlagezertifikate steuerlich behandelt? Was bedeutet die Abgeltungsteuer?

Eine einheitliche Beantwortung dieser Frage ist aufgrund der unterschiedlichen Ausstattung von Anlagezertifikaten nicht möglich. Was die Abgeltungsteuer bedeutet und worin die wesentlichen Veränderungen in der Besteuerung liegen, beantwortet Frage 30 in "Allgemeines".

5. Was können Anleger bei der Auswahl von Anlagezertifikaten beachten?

Von besonderer Bedeutung für den Erfolg der Investition in ein Anlagezertifikat ist die Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts. Ist dies beispielsweise eine Aktie, ist es sinnvoll, sich zuvor mit der Aktie und dem Aktienmarkt vertraut zu machen. Je nach Ausstattung des Zertifikats kann dieses zwar einen Puffer bieten, also ein erlaubtes Rückschlagspotenzial des Basiswerts ohne negative Konsequenzen für den Zertifikatsinhaber, jedoch muss der Puffer nicht unbedingt ausreichen, um die Kursverluste des Basiswerts abzufedern. Anleger sollten sich daher für einen Basiswert entscheiden, dem sie zumindest für die Laufzeit ihres Zertifikats eine stabile Wertentwicklung zutrauen. Auch die Verfügbarkeit von Unternehmensinformationen kann ein Entscheidungskriterium darstellen und die Erwartung eines Anlegers über die Entwicklung einer Aktie oder eines Markts beeinflussen.


Ist die Wahl auf eine bestimmte Aktiengesellschaft gefallen, kann es während der Laufzeit z.B. eines Discountzertifikats von Bedeutung sein, aktuelle Informationen eines Unternehmens zeitnah zu erhalten, um so auf möglicherweise resultierende Kursänderungen des Zertifikats reagieren zu können oder ggf. sogar frühzeitig ein Stop-Loss zu platzieren.


Die mögliche Gewinnchance des Anlagezertifikats sollte in angemessenem Verhältnis zur Erwartung eines Anlegers stehen. Selbst wenn ein großes Angebot an Anlagezertifikaten mit sehr hohen jährlichen Renditen zur Verfügung steht und die Verlockung groß ist, ist es nicht zwangsläufig sinnvoll, ein solches Zertifikat zu wählen. Nur dann, wenn Anleger dem Basiswert tatsächlich die Kursentwicklung zutrauen, die für die Erzielung der angegebenen Renditen des Zertifikats vonnöten ist, sollte eine Investition in Frage kommen.


Wer eher mit leicht sinkenden oder seitwärts tendierenden Kursen rechnet, und eben nicht mit Zertifikaten vom Kursrückgang eines Basiswerts partizipieren will, (z.B. mit BEAR-Zertifikaten) ist ggf. mit einem angemessenen Puffer besser bedient.


Die Angebotsbedingungen der von verschiedenen Emittenten angebotenen Zertifikate weichen in der Praxis trotz gleichen Namens des Zertifikats häufig voneinander ab. Der Blick auf die wesentlichen Ausstattungsmerkmale kann daher genauso entscheidend sein für den Anlageerfolg wie die Wahl eines geeigneten Basiswerts. Auch diesen Aspekt sollten Anleger bei der Auswahl eines Anlageprodukts berücksichtigen.

6. Wie findet man den richtigen Emittenten?

Viele Bankberater sind mit dem großen Angebot an Zertifikaten häufig überfordert. Um die Funktionsweise eines Produkts, besonders wenn es dabei um komplexere Strukturen geht, vollständig zu durchblicken, sind Anleger meist auf sich allein gestellt. In vielen Fällen erfolgt der Handel von Anlagezertifikaten ohnehin nicht mehr über die Hausbank eines Anlegers, sondern direkt online via Internet über angebundene Handelspartner der Emittenten, so genannte Online-Broker. Wer von vornherein weiß, in welche Produktkategorie die Investition erfolgen soll, wird meist über Finanzportale im Internet die Produkte verschiedener Emittenten miteinander vergleichen und sich für dasjenige mit den attraktivsten Ausstattungsmerkmalen entscheiden. Zu vergleichen sind dabei auch mögliche Kosten, wie der Spread der Produkte oder möglicherweise anfallende Ausgabeaufschläge oder Managementkosten, die bei Erwerb oder auch während der Laufzeit erhoben werden. Oft werden diese auf den verschiedenen Online-Finanzportalen nicht vollständig ausgewiesen, so dass die für ein Produkt anfallenden Kosten erst nach Einsicht in den Wertpapierprospekt oder nach Anruf beim Emittenten deutlich werden.


Auch für den Fall, dass Anleger noch keine konkrete Vorstellung davon haben, welche Produktkategorie sie zur Umsetzung ihrer Einschätzung über die Entwicklung eines Basiswerts einsetzen wollen, und sich allgemein über die Funktionsweise verschiedener Produkte informieren möchten, kommt es auf den Service des Emittenten an. Anleger sollten darauf achten, dass dieser die gewünschten Informationen, wie verständliche Wertpapierprospekte, Produktbeschreibungen und weiterführende Aufklärungsmaterialien, zeitnah zur Verfügung stellt. In der Regel wird von den Emittenten eine kostenlose Info-Hotline angeboten (Kostenlose Infoline von HSBC: 00800- 4000 9100). Auch aktuelle Kurse und Kennzahlen auf den Internetseiten der Emittenten können für die Anlageentscheidung von Bedeutung sein.


Besonders in Zeiten sich mehrender Bankenkrisen ist auch die Bonität eines Zertifikateemittenten nicht mehr zu vernachlässigen (vgl. hierzu "Allgemeines" Frage 23).

7. Gibt es Fehler, die Anleger bei der Investition in Zertifikate vermeiden können?

Fehler entstehen meist infolge von Unwissenheit. Oft genug lassen sich Anleger von hohen Gewinnchancen und jährlichen Renditen blenden und gehen Positionen ein, ohne das nötige Verständnis und Kenntnisse der Risiken mitzubringen. Anleger sollten vor der Investition in Zertifikate sicherstellen, dass die mit dem Produkt verbundenen Risiken auch mit der persönlichen Risikoneigung übereinstimmen. Dazu kann es sinnvoll sein, die eigene Risikoneigung zu ermitteln, indem sich Anleger die Frage stellen, wie hoch das maximal zu übernehmende Risiko sein darf. Ist diese Frage geklärt, können vertiefende Seminare genutzt werden, die von HSBC in ganz Deutschland angeboten werden, um das bestehende Zertifikate-Wissen zu erweitern. Oft werden hierbei alltagstaugliche Praxistipps vermittelt und Antworten auf spezielle Fragen gegeben. Auch der Blick in die Broschüren der Emittenten kann sich auszahlen. Viele Emittenten bieten darin sogar Wissenstests an, mit denen sich das eigene Know-how einfach überprüfen lässt. Wichtig ist, vor der Investition keine Frage ungeklärt zu lassen. Sollte nicht alles auf Anhieb in den Unterlagen der Emittenten geklärt werden, besteht die Möglichkeit, offene Fragen in einem telefonischen Gespräch zu klären.

8. Welche Parameter haben neben der Kursentwicklung des Basiswertes Einfluss auf den Kurs eines Anlagezertifikates?

Eine konkrete Betrachtung der Wirkungsweise von Einflussparametern, wie Veränderungen der impliziten Volatilität des Basiswerts oder Änderungen der Dividendenschätzungen, erfolgt im Fragenkatalog für das jeweilige Anlagezertifikat, da eine einheitliche Beantwortung für alle unterschiedlichen Produktarten nicht möglich ist. Die Betrachtung des Ausmaßes einer Kursänderung für ein Zertifikat aufgrund veränderter Einflussparameter kann allerdings ausschließlich unter sonst konstanten Einflussfaktoren stattfinden. In den meisten Fällen lässt sich außerdem nur eine tendenzielle Kursrichtung des Zertifikats ableiten. Für eine exaktere Bestimmung möglicher Kursausschläge müsste eine situationsabhängige Betrachtung sämtlicher Einflussfaktoren unter Berücksichtigung der konkreten Ausstattung eines Anlagezertifikats erfolgen.

9. Welche Auswirkungen haben Kapitalmaßnahmen einer Aktiengesellschaft, auf die sich ein Anlagezertifikat bezieht?

Sofern dem Anlagezertifikat als Basiswert eine Aktie zugrunde liegt und es während der Laufzeit des Zertifikats zu Kapitalmaßnahmen der Aktiengesellschaft kommt, wie z.B. Aktiensplits oder Kapitalerhöhungen, werden wesentliche Ausstattungsmerkmale des jeweiligen Zertifikats angepasst. Häufig hat eine Anpassung eine Veränderung des Bezugsverhältnisses, des Basispreises oder bestimmter Kursschwellen zur Folge. Ziel einer Anpassungsmaßnahme durch den Emittenten ist in allen Fällen, den Inhaber eines Anlagezertifikats unmittelbar nach Durchführung einer Kapitalmaßnahme wirtschaftlich betrachtet nicht schlechter zu stellen als unmittelbar vor der Kapitalmaßnahme („Verwässerungsschutz“).

10. Was passiert mit einem Anlagezertifikat nach der Ausschüttung einer Sonderdividende?

Im Falle von Sonderdividendenausschüttungen eines Basiswerts wird HSBC grundsätzlich analog der Vorgehensweise der relevanten Terminbörse verfahren, beispielsweise der Eurex oder der Euronext. Die für den betreffenden Basiswert relevante Terminbörse ist in den maßgeblichen Emissionsbedingungen genannt. Auf den Kurs eines Anlagezertifikats sollte die Ausschüttung tendenziell keinen Einfluss haben. Bei Bonus-Zertifikaten würde dementsprechend das Bezugsverhältnis steigen und der Basispreis sinken. Die Barriere würde ebenfalls sinken, wobei der Bonusbetrag unverändert bliebe.

11. Kann es sein, dass Zertifikate ausverkauft sind, wenn von Emittentinnen kein Briefkurs mehr gestellt wird?

Die Möglichkeit eines Ausverkaufs besteht durchaus. Genau wie im Supermarkt kann es auch bei einem Zertifikateemittenten vorkommen, dass das gesamte Angebot erschöpft ist. In diesem Fall wird vom Emittenten kein Briefkurs mehr angezeigt. Der Verkauf des Zertifikats ist allerdings nach wie vor jederzeit möglich. Denn unabhängig vom Ausverkauf werden in der Regel laufend handelbare Geldkurse ermittelt. Darüber hinaus kann es allerdings vorkommen, dass ein Erwerb über die Börsen möglich ist. Anleger, die ausverkaufte Zertifikate erwerben wollen, können dies also auf jeden Fall über die Börsen versuchen.

12. Was passiert bei Insolvenz des Emittenten? Sind Anlagezertifikate durch den Einlagensicherungsfonds geschützt?

Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen eines Emittenten. Sie stehen im Insolvenzfall des Emittenten grundsätzlich mit allen anderen Verbindlichkeiten eines Emittenten auf einer Stufe (vgl. hierzu Frage 23 unter "Allgemeines"). Der Einlagensicherungsfonds, wie für die Investition in Investmentfonds von Bedeutung, spielt für den Inhaber eines Zertifikats keine Rolle und dient demnach auch nicht zur Besicherung im Insolvenzfall. Somit tragen Wertpapierinhaber das Emittentenausfallrisiko der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG. Aus diesem Grund sollten Anleger bei längerfristigen Anlagen in Anlagezertifikate und Hebelprodukte auf jeden Fall das Bonitätsrisiko eines Emittenten berücksichtigen. Mit Hilfe eines „Bonitäts“-Ratings wird die Wahrscheinlichkeit bewertet, dass ein Schuldner (in diesem Fall der Emittent) seine Zahlungsverpflichtung nicht rechtzeitig und in vollem Umfang erfüllen wird. Die Ermittlung des Ratings umfasst in der Regel die Analyse der gesamtwirtschaftlichen Situation des Landes, der jeweiligen Branche sowie die individuelle wirtschaftliche Situation des Emittenten. Das langfristige Rating der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG ist aktuell mit AA- durch die Rating-Agentur Fitch Ratings Ltd. bewertet (Stand: 28.09.2018). Das bedeutet, dass für langfristige Verbindlichkeiten ein sehr geringes Kreditrisiko besteht. Das aktuelle Rating der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG kann jederzeit unter www.hsbc-zertifikate.de eingesehen werden.

13. Wann wird eine Managementgebühr erhoben und was wird damit abgedeckt?

Managementgebühren fallen grundsätzlich nur für spezielle Strukturen an. So wird z.B. für Strukturen, denen eine bestimmte Strategie zugrunde liegt, eine regelmäßige Beobachtung und ggf. eine Anpassung der Basketzusammensetzung notwendig, um die vorgegebene Strategie erfolgreich zu verfolgen. Die regelmäßige Überwachung und der Austausch von Basketkomponenten sind für den Emittenten mit Aufwand und unter Umständen mit Transaktionskosten verbunden. Die Managementgebühr stellt folglich eine Vergütung des Emittenten dar und wird Anlegern in der Regel über eine Anpassung des Bezugsverhältnisses des jeweiligen Zertifikats in Rechnung gestellt.

14. Was bedeutet es, ein Zertifikat zu zeichnen, und wo liegt der Unterschied zum klassischen Erwerb z.B. an der Börse? Muss jede Hausbank die Zeichnung neuer Produkte anbieten?

Die Zeichnungsfrist ist ein vom Emittenten festgelegter Zeitraum, in welchem das zu emittierende Zertifikat bzw. Wertpapier zu einem festgelegten Preis gezeichnet werden kann.

Die Zeichnung neuer Zertifikate wird nicht von allen Hausbanken und Online-Brokern angeboten. Meist sind es sogar nur ausgewählte Vertriebspartner des Emittenten, die eine Zeichnung überhaupt ermöglichen. Bei in Deutschland angebotenen Wertpapieren kann eine Zeichnung in der Regel immer auch über die Börsen Stuttgart oder Frankfurt erfolgen. Die Zeichnung erfolgt in diesem Fall ähnlich wie ein normaler Wertpapierkauf unter Angabe der Wertpapierkennnummer und der Anzahl der zu zeichnenden Zertifikate. Der Unterschied zum klassischen Erwerb eines Produkts, welches nicht zur Zeichnung angeboten wird, liegt insbesondere im festgelegten Preis. Der Zeichnungspreis bleibt über die gesamte Zeichnungsfrist hinweg konstant. Anleger sollten allerdings berücksichtigen, dass während der Zeichnungsfrist zusätzlich zum Zeichnungspreis ein Ausgabeaufschlag erhoben werden kann.


Erst nach der Zeichnungsfrist werden laufend Geld- und Briefkurse für das neue Zertifikat gestellt. Es kann also sein, dass der Kurs des Zertifikats am ersten Tag nach der Zeichnungsfrist weit über oder weit unter dem Zeichnungspreis liegt, je nachdem, wie die Konstellation der aktuellen Marktparameter ist. Für diejenigen Anleger, die nach der Zeichnungsfrist mit einem steigenden Preis rechnen, kann sich die Zeichnung lohnen. Anleger sollten beachten, dass es bereits während der Zeichnungsfrist zu einem Ausverkauf des Zertifikats kommen kann. In diesem Fall gehen Anleger, die nicht rechtzeitig gezeichnet haben, zunächst leer aus.

Im Rahmen eines Angebots mit Zeichnungsfrist behält sich der Emittent ausdrücklich das Recht vor, die Zeichnungsmöglichkeit vorzeitig zu beenden und / oder vorgenommene Zeichnungen zu kürzen bzw. nur teilweise zuzuteilen. Der Emittent behält sich ferner das Recht vor, die Wertpapiere - insbesondere bei zu geringer Nachfrage während der Zeichnungsfrist - nicht zu emittieren. Darüber hinaus behält sich der Emittent das Recht vor, die Zeichnungsfrist zu verlängern.

15. Warum werden Bonus-Zertifikate auch als „die besseren Aktien“ bezeichnet?

Bonus-Zertifikate entfalten vor allem in stagnierenden sowie leicht fallenden Märkten ihre volle Attraktivität. Während eine Direktinvestition nur bei steigenden Kursen einer Aktie zu Gewinnen führt, bieten Bonus-Zertifikate auch in Seitwärtsmärkten und sogar bei moderaten Kursrückgängen Gewinnchancen.


Abgesehen von möglichen Dividendenzahlungen entspricht die Rendite eines Bonus-Zertifikats bei Fälligkeit immer mindestens derjenigen der Aktie. Eine höhere Rendite wird mit dem Bonus-Zertifikat immer dann erzielt, wenn während der Laufzeit die Barriere nicht berührt oder unterschritten wurde und der Aktienkurs am Bewertungstag des Zertifikats unter dem Bonuslevel schließt. Der wirtschaftliche Gegenwert der Aktie liegt folglich unter dem Bonusbetrag, den Anleger in diesem Szenario bei Fälligkeit erhalten. Besonders in Zeiten seitwärts tendierender Kurse einer Aktie lässt sich mit einem Bonus-Zertifikat häufig eine höhere Rendite erzielen, solange die Barriere unberührt bleibt. Darüber hinaus partizipieren Investoren an Kursanstiegen des Basiswerts, die über den Bonusbetrag hinausgehen, unbegrenzt – unabhängig davon, ob die Barriere durchbrochen worden ist oder nicht. So besteht sogar nach dem Eintritt des Schwellenereignisses noch die Chance, eine über dem Bonusbetrag liegende Rückzahlung zu erhalten. Insgesamt entspricht die Rendite von Bonus-Zertifikaten immer mindestens der Rendite der zugrunde liegenden Aktie, jedoch kommen Zertifikateinhaber nicht in den Genuss von Dividendenausschüttungen. Es liegt also nahe, Bonus-Zertifikate als „die besseren Aktien“ zu bezeichnen. Beachten Sie hierzu auch Frage 34.

16. Bereichern sich Emittenten um die Dividenden, die bei einem Bonus-Zertifikat während der Laufzeit von einer Aktiengesellschaft ausgeschüttet werden?

Die Vorteile, die Bonus-Zertifikate gegenüber der Aktieninvestition mit sich bringen, wie z.B. die Erzielung einer Seitwärtsrendite, können unter anderem nur durch den Verzicht auf mögliche Dividendenzahlungen einer Aktiengesellschaft, auf die sich das Bonus-Zertifikat bezieht, an den Anleger weitergereicht werden. In keinem Fall wird die Dividende hierbei vom Emittenten vereinnahmt; vielmehr gilt: Je höher die erwartete Dividende der Aktie ausfällt, desto attraktiver kann das Bonus-Zertifikat vom Emittenten ausgestattet werden, d.h. umso größer können der erzielbare Bonusbetrag und/oder der Puffer sein. Die Dividende wird also in Form des Bonus-Mechanismus an den Anleger weitergereicht.


Wie Bonus-Zertifikate funktionieren (Am Beispiel einer Aktie als Basiswert):
Sofern der Aktienkurs während der Laufzeit die Barriere des Bonus-Zertifikats nicht berührt oder unterschritten hat, erhalten Anleger bei Fälligkeit einen Rückzahlungsbetrag mindestens in Höhe des Bonusbetrages (Grafik 1). Notiert der Aktienkurs am Bewertungstag über dem Basispreis /Bonusbetrag, erhalten Anleger bei Fälligkeit den am Bewertungstag festgestellten Aktienkurs unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses (Grafik 2). Tritt die gewünschte Kursbewegung nicht ein und berührt oder unterschreitet die Aktie während der Laufzeit die Barriere, tritt das so genannte Schwellenereignis ein. In diesem Szenario wird der Bonus-Mechanismus außer Kraft gesetzt und der Anleger erhält den am Bewertungstag festgestellten Aktienkurs des Basiswerts ausgezahlt unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses (Grafik 3). Demnach partizipieren Anleger auch hier unbegrenzt an der Kursentwicklung der Aktie, denn der Aktienkurs kann z.B. nach Unterschreiten der Barriere wieder ansteigen und am Bewertungstag über dem Basispreis notieren.
 

Szenarien für ein Bonus-Zertifikat

17. Für welche Zielgruppe können Bonus-Zertifikate interessant sein?

Bonus-Zertifikate besitzen im Allgemeinen eine mehrjährige Laufzeit und richten sich daher hauptsächlich an Anleger mit einem mehrjährigen Anlagehorizont. Die besonderen Eigenschaften von Bonus-Zertifikaten werden u.a. dadurch ermöglicht, dass der Zertifikatsinhaber keinen Anspruch auf eine Dividendenzahlung hat. Bonus-Zertifikate eignen sich daher nicht für Anleger, die auf eine laufende Dividendenzahlung einer Aktie Wert legen.

18. In welchen Fällen kann ein vorzeitiger Verkauf des Bonus-Zertifikates sinnvoll sein?

Es gibt Situationen, in denen ein vorzeitiger Verkauf des Bonus-Zertifikats vorteilhaft sein kann. Zum einen kann das Zertifikat bereits vor dessen Fälligkeit ein persönliches Renditeziel eines Anlegers erreicht haben. Dieses kann beispielsweise unterhalb des Bonusbetrages liegen und bei sinkenden Kursen der Aktie mögliche Verluste durch einen vorzeitigen Verkauf begrenzen; es kann auch oberhalb des Bonusbetrages liegen, so dass es sich für einen Anleger lohnen kann, vorzeitig Gewinne zu realisieren, denn in diesem Kursbereich kann das Bonus-Zertifikat keinen deutlichen Mehrwert gegenüber der Direktanlage mehr erzielen. Starke Kursverluste und das damit verbundene Durchbrechen der Barriere können zum anderen die Attraktivität eines Bonus-Zertifikats gegenüber der Direktanlage in Aktien verringern.

19. Wie erfolgt die Rückzahlung eines Bonus-Zertifikates?

Über den am Bewertungstag ermittelten Rückzahlungsbetrag eines Bonus-Zertifikats erhalten Anleger am Fälligkeitstag automatisch eine Gutschrift auf ihrem Referenzkonto. Ein zusätzlicher Auftrag des Zertifikatsinhabers ist nicht notwendig. Natürlich können Anleger das Bonus-Zertifikat bis zum letzten Börsenhandelstag börsentäglich verkaufen und auch wieder kaufen.

20. Warum spricht man bei Bonus-Zertifikaten auch von Teilschutzprodukten?

Bonus-Zertifikate sind bekanntlich mit einer Barriere ausgestattet, die während der Laufzeit des Zertifikats nicht berührt werden sollte. Bei Emission des Zertifikats wird die Barriere grundsätzlich unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts festgelegt, da sonst bereits zu Beginn der Laufzeit das so genannte Schwellenereignis eingetreten wäre.


Zwischen dem Kurs des Basiswerts und der Barriere ist also ein „Puffer“ vorhanden. Erst, wenn dieser Puffer aufgebraucht ist, d.h. der Kurs des Basiswerts bis auf die Barriere gesunken ist, kommt es zum Schwellenereignis und der Bonus-Mechanismus wird deaktiviert. Ab diesem Moment verhält sich ein Bonus-Zertifikat wie ein klassisches Partizipationszertifikat.


Da Bonus-Zertifikate die Kursbewegung des Basiswerts in Höhe des jeweiligen Puffers sozusagen abfedern, spricht man bei Bonus-Zertifikaten auch von Teilschutzprodukten. Der Puffer eines Teilschutzprodukts sollte nicht mit der Barriere verwechselt werden. Beträgt die Barriere eines Bonus-Zertifikats bei dessen Emission z.B. 45 % (bezogen auf das Startniveau), bedeutet dies, dass die Barriere bei einem angenommenen Startniveau von 100 Euro bei 45 Euro liegt. Die Differenz aus Aktienkurs und Barriere ergibt den Puffer. Erst wenn der Aktienkurs, ausgehend von 100 Euro um 55 Euro gefallen ist, tritt das Schwellenereignis ein. Der Puffer beträgt in diesem konkreten Beispiel 55 %. Sinkt der Aktienkurs um 54 Euro, ohne die Barriere zuvor berührt zu haben, hat dieser Kursverlust keine Konsequenzen für den Zertifikateinhaber; er wird dank des Puffers abgefedert.

21. Was sollten Anleger bei der Auswahl ihres Bonus-Zertifikates beachten?

Anleger sollten darauf achten, beim Kauf eines Bonus-Zertifikats den Abstand (Puffer) zwischen dem aktuellen Kurs der Aktie und der Barriere nicht zu gering zu wählen. Ein geringer Abstand bedeutet zwar häufig eine höhere Bonus-Chance, gleichzeitig steigt aber das Risiko, dass der Aktienkurs während der Laufzeit die Barriere unterschreitet. Der Bonus-Mechanismus würde damit außer Kraft gesetzt. Bei einer positiven Kurserwartung könnte die Wahl eines geringen Abstands zwischen dem aktuellen Aktienkurs und der Barriere die richtige Anlagestrategie sein, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Demgegenüber können sehr sicherheitsorientierte Anleger, deren Anlagestrategie einen möglichst hohen Puffer beinhalten soll, einen größeren Abstand zwischen der Barriere und dem aktuellen Aktienkurs wählen.

22. Gibt es Faktoren, die neben der Kursentwicklung des Basiswertes während der Laufzeit eines Bonus-Zertifikates Einfluss auf dessen Kurs nehmen können?

Bonus-Zertifikate orientieren sich zwar während ihrer Laufzeit hauptsächlich am Kurs ihres Basiswerts, trotzdem können auch andere Faktoren für die Kursentwicklung des Zertifikats von Bedeutung sein. Hierzu zählen u.a. die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Schwellenereignisses bzw. das bereits eingetretene Schwellenereignis, die Restlaufzeit des Zertifikats, die implizite (erwartete) Volatilität des Basiswerts, die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen sowie die Dividendenschätzungen des Basiswerts.


Selbst wenn der Kurs des Basiswerts sich nicht ändert, kann der Kurs eines Bonus-Zertifikats während der Laufzeit aus unterschiedlichen Gründen schwanken und ggf. trotz steigenden Kurses des Basiswerts sogar fallen (vgl. hierzu Fragen 23 bis 29).

23. Welchen Einfluss hat die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Schwellenereignisses auf den Kurs eines Bonus-Zertifikates?

Ist das Schwellenereignis bisher nicht eingetreten und der Kurs des Basiswerts notiert während der Laufzeit in der Nähe der Barriere, so steigt unter sonst konstanten Bedingungen das Risiko, dass es zum Schwellenereignis kommt. Dieses höhere Risiko führt tendenziell zu einem sinkenden Kurs des Bonus-Zertifikats.

24. Warum notieren Bonus-Zertifikate auf Aktien nach dem Schwellenereignis zunächst unter dem Aktienkurs?

Ist das Schwellenereignis eingetreten, partizipieren Anleger vollständig und unbegrenzt an der Kursentwicklung der Aktie – dies sowohl an steigenden wie auch an fallenden Kursen. Aufgrund der Tatsache, dass Bonus-Zertifikatsinhaber nicht dividendenberechtigt sind, notieren Bonus-Zertifikate auf Aktien im Vergleich zum Basiswert auf einem verminderten Niveau. Die Differenz zum Kurs des Basiswerts kommt zustande, da der Kurs des Bonus-Zertifikats um den Barwert der erwarteten Dividendenausschüttungen der jeweiligen Aktiengesellschaft während der Laufzeit des Zertifikats reduziert wird. Mit abnehmender Restlaufzeit nähert sich der Kurs der Zertifikate jedoch immer stärker dem Aktienkurs an (bei sonst konstanten Einflussfaktoren), bis schließlich am Laufzeitende keine Dividendenausschüttungen mehr ausstehen, alle Dividendentermine der Aktiengesellschaft verstrichen und somit beide Kurse identisch sind.

25. Welchen Einfluss hat die abnehmende Restlaufzeit auf den Kurs eines Bonus-Zertifikates?

Betrachtet man ausschließlich den Einfluss der abnehmenden Restlaufzeit unter sonst konstanten Bedingungen, wird der Kurs eines Bonus-Zertifikats tendenziell steigen, wenn kein Schwellenereignis eingetreten ist. Notiert der Kurs des Basiswerts zwischen dem Bonusbetrag und der Barriere, ohne diesen jemals berührt oder unterschritten zu haben, wird sich der Kurs des Bonus-Zertifikats kurz vor dem Laufzeitende vom Kurs des Basiswerts lösen und dem Bonusbetrag nähern. Bei Kursen des Basiswerts in der Nähe des Bonusbetrages trifft diese Aussage jedoch nicht immer zu.


Oberhalb des Bonusbetrages kann der Kurs des Bonus-Zertifikats mit abnehmender Restlaufzeit sogar sinken und sich dem Kurs des Basiswerts bis zum Bewertungstag annähern. Sofern während der Laufzeit bereits das Schwellenereignis eingetreten ist, hat eine abnehmende Restlaufzeit keinen Einfluss mehr auf den Kurs des Bonus-Zertifikats. Dieses vollzieht dann die Kursbewegung des Basiswerts wie ein Partizipationszertifikat nahezu exakt nach.

26. Hat die implizite Volatilität des Basiswertes Einfluss auf den Kurs eines Bonus-Zertifikates?

Den Einfluss sich ändernder impliziter (erwarteter) Volatilitäten auf den Kurs eines Bonus-Zertifikats sollten Anleger nicht vernachlässigen. Je nachdem, ob sich der Kurs des Basiswerts in der Nähe des Bonusbetrages oder der Barriere befindet, kann die Wirkung auf den Kurs eines Bonus-Zertifikats verschieden stark ausfallen.


Steigt die implizite Volatilität eines Basiswerts, ohne dass es bisher zum Schwellenereignis gekommen ist, und bleiben darüber hinaus alle anderen Faktoren konstant, wird der Kurs eines Bonus-Zertifikats, dessen Basiswert erheblich nahe an der Barriere notiert, tendenziell sinken. Das Risiko des Eintritts des Schwellenereignisses steigt in diesem Fall. Notiert der Kurs des Basiswerts hingegen näher am Bonusbetrag oder sogar darüber, wird das Bonus-Zertifikat unter sonst konstanten Einflussfaktoren bei steigender Volatilität des Basiswerts in der Regel an Wert gewinnen. Das Ausmaß des Einflusses ist jedoch abhängig von der Reaktion der in einem Bonus-Zertifikat enthaltenen Optionskomponenten.


Auch sinkende implizite Volatilitäten haben Einfluss auf den Kurs eines Bonus-Zertifikats. Geht man wieder von einer unberührten Barriere aus, wird eine sinkende Volatilität des Basiswerts in den geschilderten Fällen tendenziell eine gegensätzliche Wirkung auf den Kurs des Bonus-Zertifikats haben. Notiert der Kurs des Basiswerts zwischen dem Bonusbetrag und der Barriere, jedoch erheblich näher an der Barriere, führt eine sinkende implizite Volatilität des Basiswerts unter sonst konstanten Bedingungen häufig zu einem steigenden Kurs des Bonus-Zertifikats, da das Risiko des Eintritts des Schwellenereignisses in diesem Fall sinkt. Notiert der Kurs des Basiswerts aber näher am Bonusbetrag oder darüber, kann eine sinkende Volatilität des Basiswerts einen sinkenden Kurs des Bonus-Zertifikats zur Folge haben.

27. Warum hat die implizite Volatilität auf den Kurs eines Bonus-Zertifikates nach dem Schwellenereignis keinen Einfluss mehr?

Nach Unterschreiten der Barriere wird der Bonus-Mechanismus eines Bonus-Zertifikats deaktiviert. Da Bonus-Zertifikate sich ab diesem Zeitpunkt wie klassische Partizipationszertifikate verhalten und die Kursbewegung des Basiswerts üblicherweise exakt nachvollziehen, spielen Veränderungen der erwarteten Volatilität für die Preisbildung eines Bonus-Zertifikats keine Rolle mehr.

28. Welchen Einfluss haben Änderungen des Kapitalmarktzinsniveaus auf den Kurs eines Bonus-Zertifikates?

Die Erwartung sich ändernder Kapitalmarktzinsen findet bereits bei Emission eines Bonus-Zertifikats Berücksichtigung in dessen Kurs. Eine zu diesem Zeitpunkt bereits von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigte Zinsänderung beispielsweise wird folglich keinen erheblichen Einfluss auf den Kurs des Zertifikats haben. Fallen Zinsänderungen jedoch stärker oder schwächer aus als erwartet, so können sich diese auf den Wert eines Bonus-Zertifikats auswirken. Geht man darüber hinaus davon aus, dass alle weiteren Einflussfaktoren konstant bleiben und der Bonus-Mechanismus nicht außer Kraft gesetzt wird, haben stärker als angenommen steigende Zinsen tendenziell einen sinkenden Kurs eines Bonus-Zertifikats zur Folge. Notiert der Kurs des Basiswerts zu diesem Zeitpunkt in der Nähe der Barriere, wird der Kurs eines Bonus-Zertifikats meist kaum an Wert verlieren. Allgemein wird der Einfluss steigender Zinsen umso bedeutender, je stärker sich der Kurs des Basiswerts von der Barriere entfernt und sich dem Bonusbetrag annähert bzw. darüber hinaus ansteigt. Für stärker als erwartet ausfallende Zinssenkungen gilt in dem oben geschilderten Fall häufig eine gegensätzliche Wirkung auf den Kurs eines Bonus-Zertifikats.

29. Was passiert bei Änderungen der Dividendenerwartung der zugrunde liegenden Aktie?

Die Höhe der erwarteten (impliziten) Dividenden, die während der Laufzeit des Zertifikats von einer Aktiengesellschaft ausgeschüttet werden, findet bereits bei Emission eines Aktien-Bonus-Zertifikats Berücksichtigung in dessen Preis. Da Aktien-Bonus-Zertifikatsinhaber nicht dividendenberechtigt sind, führen Änderungen dieser Erwartungen unter der Annahme, dass weitere Einflussfaktoren konstant bleiben, zu Kursveränderungen des Aktien-Bonus-Zertifikats. Änderungen der Dividendenerwartungen ergeben sich jedoch nicht durch Berechnungen von Analysten. Sie lassen sich aus den an den Terminmärkten gehandelten Optionen ableiten. Insofern sprechen Derivatehändler von „handelbaren Dividenden“. Sie unterscheiden sich von den Schätzungen der Analysten durch den wesentlichen Umstand, dass sie in den (Kauf-)Preis von Optionen einfließen.


Tendenziell haben steigende Dividendenerwartungen einen sinkenden Kurs eines Aktien-Bonus-Zertifikats zur Folge, da Inhabern des Bonus-Zertifikats diese nicht zugerechnet werden. Umgekehrt wirken sich sinkende Dividendenerwartungen aus. Mit abnehmender Restlaufzeit verliert dieser Einfluss auf das Zertifikat jedoch an Bedeutung. Das Ausmaß der jeweiligen Kursänderung kann nur situationsabhängig nach Betrachtung sämtlicher Einflussfaktoren bestimmt werden.

30. Welchen Einfluss haben mögliche Kapitalerhöhungen auf den Kurs eines Aktien-Bonus-Zertifikats?

Sofern der Basiswert eines Bonus-Zertifikats eine Aktiengesellschaft ist, kann es während der Laufzeit des Zertifikats zu Kapitalerhöhungen oder vergleichbaren Kapitalmaßnahmen der jeweiligen Aktiengesellschaft der betreffenden Aktie kommen. Die Ausgabe neuer Aktien bei einer ordentlichen Kapitalerhöhung durch die Aktiengesellschaft hat unter sonst konstanten Einflussfaktoren einen verminderten Aktienkurs zur Folge.

Um Aktien-Bonus-Zertifikatsinhaber vor einer Kapitalverwässerung zu schützen, werden wesentliche Bestandteile der Aktien-Bonus-Zertifikate mit dem Ziel angepasst, die Inhaber des entsprechenden Zertifikats wirtschaftlich betrachtet unmittelbar nach Durchführung der Kapitalmaßnahme nicht schlechter zu stellen als unmittelbar vor der Kapitalmaßnahme („Verwässerungsschutz“). Dazu erfolgen grundsätzlich Anpassungen der relevanten Ausstattungsmerkmale eines Aktien-Bonus-Zertifikats, die im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen notwendig sind. Gemäß den Emissionsbedingungen werden meist die Barriere, das Bezugsverhältnis und der Basispreis eines Aktien-Bonus-Zertifikats angepasst. Der bei Emission festgelegte Basispreis eines Aktien-Bonus-Zertifikats entspricht bei einem Bezugsverhältnis von 1 grundsätzlich dem Bonusbetrag. Erst durch eine Anpassung des Bezugsverhältnisses z.B. aufgrund möglicher Kapitalmaßnahmen einer Aktiengesellschaft wird der Basispreis auf ein Niveau unterhalb des Bonusbetrages gesenkt, denn die Multiplikation aus angepasstem Bezugsverhältnis und dem angepassten Basispreis muss anschließend wieder dem Bonusbetrag entsprechen. Der Bonusbetrag bleibt von der Anpassung grundsätzlich unberührt. Eine Anpassung erfolgt in der Regel analog den Anpassungsregeln der betreffenden Terminbörse (z.B. Eurex oder Euronext, Amsterdam).

Beispiel:

Ein Anleger erwirbt ein Aktien-Bonus-Zertifikat auf die Düsseldorf AG mit einem Bonusbetrag bzw. einem Basispreis in Höhe von z.B. 64,00 Euro und einer Barriere von z.B. 48,00 Euro. Das Bezugsverhältnis des Zertifikats beträgt 1,0. Die Düsseldorf AG beschließt, eine Kapitalerhöhung im Bezugsverhältnis 7:2 durchzuführen. Daher werden mit Wirkung zum Stichtag (d.h. zum Tag des Wirksamwerdens der Kapitalmaßnahme) folgende Anpassungen für das entsprechende Aktien-Bonus-Zertifikat vorgenommen: Der von der Terminbörse ermittelte Faktor für die Anpassung des Aktien-Bonus-Zertifikats (der so genannte „R-Faktor“) liegt bei 0,9550. Der Basispreis, der bisher auf der Höhe des Bonusbetrages lag, wird unter Berücksichtigung des R-Faktors von 64,00 Euro auf 61,12 Euro (64 x 0,9550) gesenkt. Auch die Barriere wird unter Berücksichtigung des R-Faktors nach der Kapitalerhöhung der AG von 48,00 Euro auf 45,84 Euro (48,00 x 0,9550) angepasst. Im Gegenzug wird das Bezugsverhältnis von 1,0 auf 1,0471 (1:0,9550) erhöht. Der Bonusbetrag bleibt bei 64,00 Euro unverändert. Die Multiplikation von Basispreis und Bezugsverhältnis ergibt sowohl vor der Kapitalerhöhung als auch nachher den Bonusbetrag.

 

Ähnlich dem Vorgehen bei Kapitalerhöhungen wird auch bei anderen Kapitalmaßnahmen einer Aktiengesellschaft verfahren. Hierzu zählen beispielsweise Sonderdividendenzahlungen oder Aktiensplits.

31. Wie erfolgt die Rückzahlung eines Aktien-Bonus-Zertifikats nach einer Kapitalerhöhung?

Auch nach einer Kapitalmaßnahme erhalten Anleger bei Fälligkeit eines Aktien-Bonus-Zertifikats mindestens den Bonusbetrag ausgezahlt, sofern die Barriere während der Laufzeit nicht berührt wurde. Notiert der Kurs der Aktie am Bewertungstag über dem angepassten Basispreis des Aktien-Bonus-Zertifikats oder ist es während der Laufzeit des Aktien-Bonus-Zertifikats zum Schwellenereignis gekommen, erhalten Anleger bei Fälligkeit den wirtschaftlichen Gegenwert des Basiswerts (unter Berücksichtigung des angepassten Bezugsverhältnisses).


Beispiel:
Angenommen – ausgehend vom vorherigen Beispiel – der Kurs der Düsseldorf AG notiert am Bewertungstag des Aktien-Bonus-Zertifikats z.B. bei 63,00 Euro und demnach über dem angepassten Basispreis. Sofern die Barriere während der Laufzeit nicht berührt wurde, erhält der Inhaber des Aktien-Bonus-Zertifikats eine Rückzahlung in Höhe des wirtschaftlichen Gegenwerts der Aktie – unter Berücksichtigung des angepassten Bezugsverhältnisses von 1,0471, mindestens aber den Bonusbetrag. Der Rückzahlungsbetrag liegt in diesem beispielhaften Szenario bei 63,00 Euro x 1,0471 = 65,97 Euro.

Sofern das Schwellenereignis bereits eingetreten ist, erhalten Inhaber eines Aktien-Bonus-Zertifikats als Rückzahlungsbetrag den wirtschaftlichen Gegenwert der Aktie unter Berücksichtigung des angepassten Bezugsverhältnisses.


Beispiel:
Nach Durchführung der Kapitalerhöhung hat der Kurs der Düsseldorf AG die angepasste Barriere von 45,84 Euro unterschritten und notiert am Bewertungstag bei 45,00 Euro. Der Rückzahlungsbetrag in Höhe von 47,11 Euro, den Zertifikatsinhaber bei Fälligkeit erhalten, errechnet sich nach der Kapitalerhöhung der Düsseldorf AG aus festgestelltem Kurs der Aktie in Höhe von 45,00 Euro, multipliziert mit dem angepassten Bezugsverhältnis von 1,0471.

32. Welchen Einfluss haben Dividendenausschüttungen einer Aktiengesellschaft während der Laufzeit eines Aktien-Bonus-Zertifikats auf dessen Kurs?

Dividendenausschüttungen erfolgen bei deutschen Aktiengesellschaften in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung, dem so genannten „ex-Tag“. Mit der Ausschüttung der Dividende erfolgt auch der Abschlag der Bruttodividende vom Börsenkurs der entsprechenden Aktie. Auf den Kurs eines Aktien-Bonus-Zertifikats hat dieses Vorgehen grundsätzlich keinen Einfluss, da die während der Laufzeit erwarteten Dividendenzahlungen bereits bei Emission des Zertifikats in dessen Kurs berücksichtigt werden. Durch den meist niedrigeren Aktienkurs nach einer Dividendenausschüttung kann es allerdings zu einem Berühren oder Unterschreiten der Barriere kommen.


Beispiel:
Der Kurs der Düsseldorf AG notiert vor der Hauptversammlung bei 75,00 Euro. Das Aktien-Bonus-Zertifikat auf die Düsseldorf AG besitzt einen Bonusbetrag von 115,00 Euro und eine Barriere bei 70,00 Euro. Auf der Hauptversammlung beschließen die Anteilseigner mehrheitlich, eine Bruttodividende in Höhe von 6,00 Euro je Aktie auszuschütten. Am ex-Tag, dem Tag nach der Hauptversammlung, eröffnet der Kurs der Düsseldorf AG zu Handelsbeginn mit einem um die Dividende bereinigten Aktienkurs (bei sonst konstanten Einflussfaktoren) in Höhe von 69,00 Euro. Die bei 70,00 Euro liegende Barriere des Aktien-Bonus-Zertifikats wurde unterschritten und der Bonus-Mechanismus somit deaktiviert.

Außer den Anpassungen eines Aktien-Bonus-Zertifikats bei Sonderdividendenzahlungen verzichten Inhaber eines Aktien-Bonus-Zertifikats im Unterschied zum jeweiligen Aktionär auf den Bezug von Dividenden.

33. Mit welchen Risiken ist bei der Investition in ein Bonus-Zertifikat zu rechnen?

Mit der Investition in ein Bonus-Zertifikat ist grundsätzlich das Risiko des Schwellenereignisses verbunden. Da der Bonus-Mechanismus nach Eintritt des Schwellenereignisses verfällt, tragen Anleger in diesem Fall das Kursrisiko des Basiswerts. Mit einem Verlust des eingesetzten Kapitals müssen Anleger immer dann rechnen, wenn das für den Erwerb des Bonus-Zertifikats aufgewendete Kapital (Kaufpreis zuzüglich sonstiger mit dem Kauf verbundener Kosten) höher ist als der Betrag der Rückzahlung bei Fälligkeit.

34. Gibt es Situationen, die für eine Investition in Discountzertifikate besonders sinnvoll erscheinen?

Ganz generell sollten Anleger immer eine Marktmeinung zu einem bestimmten Basiswert haben oder entwickeln, bevor sie sich für eine Investition in ein Derivat entscheiden. Diese kann bei Discountzertifikaten sowohl die Erwartung eines leicht steigenden, stagnierenden oder sogar moderat fallenden Kurses des betreffenden Basiswerts sein. Besonders attraktiv können Discountzertifikate sein, die in Zeiten verhältnismäßig hoher impliziter (erwarteter) Volatilitäten emittiert werden, denn diese führen, wenn man davon ausgeht, dass alle weiteren Einflussfaktoren konstant bleiben, zu einem günstigeren Einstiegspreis für ein Discountzertifikat, da der Wert der Optionskomponenten, die ein Discountzertifikat enthält, in diesem Fall tendenziell steigen wird. Der Mehrwert wird von den Emittenten bei Emission in Form eines höheren Discounts (Abschlag) an den Anleger weitergegeben. Demnach kann es sinnvoll sein, die tendenziell höheren Abschläge zu nutzen und in Zeiten hoher impliziter Volatilitäten in Discountzertifikate einzusteigen.

35. Wie sieht die Rückzahlung eines Discountzertifikates am Fälligkeitstag aus?

Grundsätzlich sind bei Fälligkeit zwei Szenarien für die Rückzahlung eines Discountzertifikats denkbar:
Szenario 1: Das Zertifikat wird zum Höchstbetrag zurückgezahlt. Dies wird immer dann der Fall sein, wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag über dem Cap notiert bzw. diesem entspricht. So erzielen Anleger die maximale Rendite mit ihrem Discountzertifikat.
Szenario 2: Das Zertifikat wird durch Lieferung der durch das Bezugsverhältnis ausgedrückten Anzahl des Basiswerts, z.B. Aktien bzw. Partizipationszertifikate, getilgt. Der Basiswert wird am Fälligkeitstag in das Depot des Zertifikateinhabers übertragen. Dieses Rückzahlungsszenario kommt dann zum Tragen, wenn der am Bewertungstag festgestellte maßgebliche Kurs des Basiswerts unter dem Cap notiert. Sofern die durch das Bezugsverhältnis ausgedrückte Anzahl des zu liefernden Basiswerts Bruchteile ausweist, werden diese Bruchteile des zu liefernden Basiswerts jedoch nicht geliefert, sondern durch einen Spitzenbetrag ausgezahlt. Konkret bedeutet dies: Wenn die durch das Bezugsverhältnis ausgedrückte Anzahl des zu liefernden Basiswerts z.B. 1,53 beträgt, wird dem Zertifikateinhaber eine Aktie übertragen und der Spitzenbetrag gutgeschrieben. Die Ermittlung des Spitzenbetrags erfolgt für jedes Zertifikat durch Multiplikation des Basiswertbruchteils, hier 0,53, mit dem am Bewertungstag festgestellten Aktienkurs des zu liefernden Basiswerts. Hält ein Wertpapierinhaber mehrere Discountzertifikate, erfolgt keine Zusammenlegung des Spitzenbetrags in der Art und Weise, dass dafür beispielsweise eine höhere Anzahl von Aktien geliefert wird.
Die Emissionsbedingungen können anstatt einer Aktienlieferung oder einer Lieferung von Partizipationszertifikaten die Rückzahlung durch einen Barausgleich vorsehen. Dies ist in der Regel der Fall bei Discountzertifikaten auf Indizes. Der Auszahlungsbetrag, den Anleger in diesem Fall bei Fälligkeit erhalten, entspricht dem wirtschaftlichen Gegenwert des Basiswerts (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses).
Der Höchstbetrag bezeichnet den maximalen Auszahlungsbetrag eines Discountzertifikats. Der Cap eines Discountzertifikats ist maßgeblich für die Art der Rückzahlung des Discountzertifikats bei Fälligkeit. Bei einem Bezugsverhältnis von 1 entspricht der Cap dem Höchstbetrag. Bei dieser Ausstattung können Anleger den am Bewertungstag ermittelten Kurs des Basiswerts mit dem Höchstbetrag bzw. Cap vergleichen, um die Höhe bzw. Art der Rückzahlung zu ermitteln. Beträgt das Bezugsverhältnis allerdings nicht 1, beispielsweise durch Anpassungsmaßnahmen des Discountzertifikats oder in der Regel bei Discountzertifikaten auf Indizes (vgl. hierzu Frage 175), ist für die Rückzahlung des Zertifikats der Cap maßgeblich. In diesem Fall wird am Bewertungstag der Kurs des Basiswerts mit dem Cap verglichen.

36. Warum gibt es Discountzertifikate, die relativ niedrige Höchstbeträge/Caps haben?

Discountzertifikate werden grundsätzlich mit unterschiedlichen Höchstbeträgen angeboten. Sehr niedrige Caps, die folglich weit unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts liegen, können sich z.B. für Anleger eignen, die bis zum Laufzeitende eher mit einer defensiven Kursentwicklung des Basiswerts rechnen.

37. Was versteht man unter dem Outperformance-Punkt?

Um zu ermitteln, wann sich eine Investition in ein Discountzertifikat an Stelle der Direktinvestition lohnt, berechnet man den so genannten Outperformance-Punkt. Dieser bezeichnet die Kursmarke eines Basiswerts, ab dem eine Direktinvestition in der Rückschau zu höheren Erträgen geführt hätte. Denn das Zertifikat ist mit einem Cap versehen, so dass Kurssteigerungen des Basiswerts bei einem Discountzertifikat ab einem bestimmten Punkt (dem Outperformance-Punkt) gegenüber der Direktinvestition zu keinem Mehrwert mehr führen. Solange also der Basiswert am Bewertungstag unter dem Outperformance-Punkt notiert, ist die Investition in das Discountzertifikat lohnenswerter gewesen. Bei der Berechnung des Outperformance-Punkts ist jedoch zu beachten, dass es sich bei diesem immer nur um eine Momentaufnahme handelt, denn Kursänderungen des Basiswerts und des Zertifikats führen ebenfalls zu Änderungen des Outperformance-Punkts.

Beispiel:
Ein Discountzertifikat auf die Düsseldorf AG könnte einen Höchstbetrag von 26,00 Euro haben, ein Bezugsverhältnis von 1 und zum Zeitpunkt der Betrachtung 21,36 Euro kosten. Die Düsseldorf-Aktie notiert zeitgleich zu einem Kurs in Höhe von 23,35 Euro.


Der Outperformance-Punkt läge demnach bei:

Erst wenn die Düsseldorf-Aktie am Bewertungstag über 28,42 Euro notiert, hätte eine Investition in die Aktie zu einer höheren Rendite geführt.

38. Wie berechnet man für ein Discountzertifikat den Abschlag in Prozent?

Der Abschlag bzw. Discount gibt an, um wie viel günstiger – prozentual gesehen – der Erwerb des Basiswerts über das Discountzertifikat ist (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses) als die Direktinvestition in den Basiswert selbst. Der Abschlag dient während der Laufzeit des Zertifikats als Puffer zum Cap und sollte demnach nicht zu gering gewählt werden.

Beispiel:
Notiert der Basiswert bei 95,59 Euro und kostet das Zertifikat 70,27 Euro, ergibt sich folgender Discount:

Der Erwerb des Discountzertifikats ist in diesem Szenario um 26,49 % günstiger als eine Direktinvestition in den Basiswert.

39. Warum wird die maximale Performance pro Jahr angegeben und wie kann man diese nachrechnen?

Die Angabe pro Jahr bietet sich grundsätzlich an, um verschiedene Anlagen miteinander vergleichen zu können. Denn bei fast allen Anlageprodukten wird die Rendite pro Jahr angegeben. Die Berechnung ist aufgrund der Annualisierung der Rendite jedoch etwas komplizierter als die Berechnung der maximalen Rendite für die Gesamtlaufzeit. Die maximale Rendite für die Gesamtlaufzeit beträgt:

Bezogen auf ein Jahr muss die Rendite für die Gesamtlaufzeit des Zertifikats annualisiert werden. Die Formel zur Annualisierung der Rendite lautet:

Beispiel:
Beträgt die maximale Rendite eines Discountzertifikats 70 % und die Restlaufzeit noch 1,5 Jahre, so lässt sich entsprechend die Rendite berechnen, die pro Jahr erzielt werden kann:

40. Kann der Kurs eines Discountzertifikates außer durch den Kurs des Basiswertes auch durch andere Faktoren beeinflusst werden?

Ja. Zwar orientieren sich Discountzertifikate während der Laufzeit vornehmlich an der Kursentwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts, doch können auch andere Faktoren, wie beispielsweise die Restlaufzeit des Zertifikats, Veränderungen der impliziten Volatilität und die Dividendenschätzungen des Basiswerts sowie die Entwicklung des Kapitalmarktzinsniveaus Einfluss auf den Kurs des Zertifikats nehmen.

41. Kann es vorkommen, dass der Kurs eines Discountzertifikats fällt, während der Basiswert eine positive Performance erzielt hat? Steigt und fällt das Discountzertifikat nicht parallel zum Basiswert?

Ein Discountzertifikat besteht aus einer abgezinsten Anleihe (Zerobond) und einer verkauften Put-Option. Die Prämie aus dem Verkauf der Option wird in Form des Discounts an den Anleger weitergereicht. Demnach errechnet sich der Wert des Discountzertifikats aus dem Wert der abgezinsten Anleihe abzüglich der Optionsprämie.
Es gibt neben dem Kurs des Basiswerts Einflussfaktoren, die sich auf die einzelnen Komponenten auswirken und insgesamt kursbeeinflussend auf das Discountzertifikat wirken können. Sehr häufig bewirkt eine Veränderung der impliziten Volatilität des Basiswerts eine Änderung des Optionspreises bei der genannten Put-Option. Steigende implizite Volatilitäten führen tendenziell zu einer steigenden Prämie der Put-Option, wodurch wiederum der Wert des Discountzertifikats sich entsprechend verringern würde. In diesem Fall z.B. notiert ein Discountzertifikat im „Minus“, während der Basiswert gestiegen sein kann. Welche Parameter Einfluss auf den Kurs des Zertifikats haben, lesen Sie in Frage 47, und wie diese wirken, ab Frage 51.

42. Warum steigt ein Discountzertifikat nicht parallel zum Basiswert, obwohl dieser weit über dem Cap notiert?

Discountzertifikate nehmen an der Kursentwicklung des Basiswerts oberhalb des Caps nicht mehr teil, da die Auszahlung eines Discountzertifikats auf die Höhe des Höchstbetrags begrenzt ist. Die Wertentwicklung des Basiswerts oberhalb des Caps spielt demnach für die Preisbildung des Zertifikats kaum noch eine Rolle.

43. Kann es sein, dass der Kurs des Discountzertifikates sich dem Cap annähert, obwohl der Basiswert unverändert am Cap notiert?

Dieses Phänomen lässt sich durch die abnehmende Restlaufzeit erklären. Notiert der Basiswert unverändert über dem Cap, wird sich der Kurs des Discountzertifikats – unter sonst konstanten Einflussfaktoren – mit abnehmender Restlaufzeit immer stärker dem Cap annähern und diesem schließlich am Bewertungstag entsprechen. Übersteigen wird er diesen allerdings nie, denn die Höhe der maximalen Auszahlung des Zertifikats ist auf den Höchstbetrag begrenzt.

44. Was passiert, wenn die implizite Volatilität des Basiswertes sich während der Laufzeit ändert?

Die implizite (erwartete) Volatilität des Basiswerts kann während der Laufzeit eines Discountzertifikats sowohl steigen als auch fallen. Eine steigende implizite Volatilität des Basiswerts (unter sonst konstanten Einflussfaktoren) bewirkt tendenziell einen sinkenden Wert des Zertifikats. Da die im Zertifikat enthaltene Optionskomponente in diesem Fall an Wert gewinnt, wird dieser in Form des Abschlags an den Anleger weitergereicht. Für den Erwerber eines Discountzertifikats ergibt sich folglich ein günstigerer Einstiegspreis. Inhaber des Zertifikats müssen dagegen einen niedrigeren Wert ihres Zertifikats hinnehmen. Eine sinkende implizite Volatilität des Basiswerts hat eine tendenziell gegensätzliche Wirkung auf den Kurs eines Discountzertifikats. Somit ergibt sich unter sonst konstanten Einflussfaktoren häufig ein höherer Kurs des Discountzertifikats. Für den Erwerber eines Discountzertifikats folgt daraus ein höherer Einstiegspreis, wohingegen Zertifikatsinhaber von steigenden Kursen des Zertifikats eher profitieren können.

45. In welcher Weise können Veränderungen des Kapitalmarktzinsniveaus den Kurs eines Discountzertifikates beeinflussen?

Bevor es zur Emission eines Discountzertifikats kommt, wird bereits die Erwartung sich möglicherweise ändernder Kapitalmarktzinsen während der Laufzeit des Zertifikats in dessen Kurs berücksichtigt. Kommt es also während der Laufzeit zu einer Zinsänderung am Kapitalmarkt, die bereits vor Emission des Discountzertifikats von der Europäischen Zentralbank angekündigt wurde, wird dies keinen Einfluss mehr auf den Kurs des Zertifikats haben. Erst dann, wenn Zinsänderungen unerwartet vorgenommen werden oder aber geplante Zinsänderungen stärker oder schwächer als erwartet ausfallen, können sich diese auf den Kurs eines Discountzertifikats auswirken. Besonders bei lang laufenden Discountzertifikaten kann dieser Einfluss von Bedeutung sein. Geht man darüber hinaus davon aus, dass alle weiteren Einflussfaktoren konstant bleiben, haben unerwartete Zinserhöhungen sowie stärker als angenommen steigende Zinsen tendenziell einen sinkenden Kurs eines Discountzertifikats zur Folge. Dies wird deutlich, wenn man sich die Zusammensetzung eines Discountzertifikats in Erinnerung ruft: Konstruiert man ein Discountzertifikat aus einer gekauften Nullkuponanleihe und einer verkauften Put-Option, dann sinken durch den steigenden Zins die Kosten für die Anleihe. Eine Put-Option wird durch den gestiegenen Zins günstiger. Die preiswertere Nullkuponanleihe führt zu einem sinkenden Preis des Zertifikats, während die geringeren Erträge aus dem Verkauf der Put-Option einen Anstieg des Preises zur Folge haben. Insgesamt ergibt sich ein sinkender Kurs des Zertifikats, da der Einfluss der Zinsentwicklung auf die Nullkuponanleihe wertmäßig stärker ausfällt. Durch die entgegengesetzte Wirkung steigender Zinsen auf die verschiedenen Komponenten des Discountzertifikats wirkt sich die Zinsänderung im Allgemeinen umso schwächer aus, je weiter der Kurs des Basiswerts unter dem Cap notiert, da die im Zertifikat enthaltene Optionskomponente in diesem Fall stärker ins Gewicht fällt. Notiert der Kurs des Basiswerts dagegen oberhalb des Caps, resultiert daraus ein vergleichsweise stärker sinkender Kurs des Discountzertifikats. Für stärker als bei Emission berücksichtigt ausfallende Zinssenkungen gilt häufig eine gegensätzliche Wirkung auf den Kurs eines Discountzertifikats. Sofern der Kurs des Basiswerts über dem Cap notiert, führt eine stärker als erwartet ausfallende Zinssenkung zu einem sichtlich steigenden Kurs des Discountzertifikats. Notiert der Kurs des Basiswerts unter dem Cap, fällt dieser Einfluss tendenziell schwächer aus und hat häufig einen geringfügig steigenden Kurs des Zertifikats zur Folge. Mit abnehmender Restlaufzeit verliert der Einfluss des Kapitalmarktzinsniveaus jedoch an Bedeutung.

46. Wie verhält sich ein Aktien-Discountzertifikat, wenn sich die Dividendenerwartung der Aktie ändert?

Die Höhe der erwarteten (impliziten) Dividenden, die während der Laufzeit des Zertifikats von einer Aktiengesellschaft auf die Aktien ausgeschüttet werden, findet bereits bei Emission eines Aktien-Discountzertifikats Berücksichtigung in dessen Kurs. Da Discountzertifikateinhaber nicht dividendenberechtigt sind, führen Änderungen dieser Erwartungen unter der Annahme, dass weitere Einflussfaktoren konstant bleiben, zu Kursänderungen des Zertifikats. Änderungen der Dividendenerwartungen fließen in die Preisberechnung von am Optionsmarkt gehandelten Optionen ein. Daher haben Änderungen der Dividendenerwartungen einen Einfluss auf den Preis der in einem Aktien-Discountzertifikat enthaltenen Optionskomponenten. Steigende Dividendenerwartungen haben tendenziell einen sinkenden Kurs eines Aktien-Discountzertifikats zur Folge, da diese sich in Form eines höheren Optionswerts und damit steigenden Abschlags auf den Preis des Zertifikats auswirken. Sinkende Dividendenerwartungen führen hingegen zu steigenden Kursen eines Aktien-Discountzertifikats, weil die im Zertifikat enthaltene Optionskomponente an Wert verliert und der Abschlag somit geringer wird. Mit abnehmender Restlaufzeit verliert dieser Einfluss jedoch an Bedeutung. Das Ausmaß der jeweiligen Kursänderung kann nur situationsabhängig nach Betrachtung sämtlicher Einflussfaktoren bestimmt werden.

47. Welchen Einfluss haben Dividendenausschüttungen einer Aktiengesellschaft während der Laufzeit eines Aktien-Discountzertifikates auf dessen Kurs?

Dividendenausschüttungen erfolgen bei deutschen Aktiengesellschaften in der Regel am Tag nach der Hauptversammlung, dem so genannten „ex-Tag“. Mit der Ausschüttung der Dividende erfolgt auch der Abschlag der Bruttodividende vom Börsenkurs der entsprechenden Aktie. Auf den Kurs eines Aktien-Discountzertifikats hat dieses Vorgehen grundsätzlich keinen Einfluss, da die während der Laufzeit erwarteten Dividendenzahlungen bereits bei Emission des Zertifikats in dessen Kurs berücksichtigt werden. Sofern der Aktienkurs jedoch am Bewertungstag aufgrund des Dividendenabschlags unter dem Cap notiert, kommt es anstelle der Rückzahlung in Höhe des Höchstbetrags zu einer Rückzahlung durch Lieferung der entsprechenden Aktien (unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses).

48. Was passiert mit einem Aktien-Discountzertifikat, wenn während der Laufzeit eine Kapitalmaßnahme, wie z. B. eine Kapitalerhöhung, in Bezug auf die zugrunde liegenden Aktien durchgeführt wird?

Während der Laufzeit eines Aktien-Discountzertifikats kann es zu Kapitalerhöhungen oder vergleichbaren Maßnahmen der betreffenden Aktiengesellschaft kommen. Eine solche Kapitalmaßnahme kann beispielsweise die Ausgabe von Berichtigungsaktien bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durch die betreffende Aktiengesellschaft sein. Um Aktien-Discountzertifikateinhaber vor einer Kapitalverwässerung zu schützen, werden wesentliche Bestandteile der Wertpapiere mit dem Ziel angepasst, die Inhaber des entsprechenden Wertpapiers wirtschaftlich betrachtet unmittelbar nach Durchführung der Kapitalmaßnahme nicht schlechter zu stellen als unmittelbar vor der Kapitalmaßnahme („Verwässerungsschutz“). Anpassungen der relevanten Ausstattungsmerkmale, die im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen notwendig sind, erfolgen gemäß den Bestimmungen in den jeweiligen Emissionsbedingungen, in der Regel analog den Anpassungsregeln der betreffenden Terminbörse (z.B. Eurex). Dazu werden bei Aktien-Discountzertifikaten die Anzahl der Aktien (= Bezugsverhältnis) sowie der Cap des Zertifikats entsprechend angepasst werden. Der Höchstbetrag bleibt hiervon unberührt.


Beispiel:
Ein Discountzertifikat auf die X-AG ist mit einem Höchstbetrag und einem Cap in Höhe von jeweils 20,00 Euro ausgestattet. Der Aktienkurs der X-AG notiert zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bei 20,00 Euro. Das Bezugsverhältnis des Zertifikats beträgt 1,00.
Während der Laufzeit des Zertifikats beschließt die X-AG, eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 1:2 durchzuführen. Aus diesem Grund wird bei dem beispielhaften Aktien-Discountzertifikat eine Anpassung des Bezugsverhältnisses und des Caps vorgenommen. Das Bezugsverhältnis beträgt nach der Kapitalerhöhung nicht mehr 1,00, sondern wird auf 2,00 erhöht. Der ursprüngliche Höchstbetrag von 20,00 Euro bleibt von der Kapitalmaßnahme unberührt. Der Cap, welcher bisher auf der Höhe des Höchstbetrags lag, wird auf 10,00 Euro halbiert. Die Multiplikation des neuen Caps und des angepassten Bezugsverhältnisses entspricht dem Höchstbetrag.

Weitere Ereignisse, die zu einer Anpassung der Ausstattungsmerkmale eines Aktien-Discountzertifikats führen können, sind z.B. Aktiensplits oder Sonderdividendenausschüttungen einer Aktiengesellschaft.

49. Was passiert mit einem Aktien-Discountzertifikat bei einer Übernahme der dem Zertifikat zugrunde liegenden Aktien?

Pauschal lässt sich eine Antwort auf diese Frage nicht finden. Hier gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Der Emittent wird in einem solchen Fall wesentliche Bestandteile der Aktien-Discountzertifikate mit dem Ziel anpassen, die Inhaber des entsprechenden Wertpapiers wirtschaftlich betrachtet unmittelbar nach Durchführung der Kapitalmaßnahme nicht schlechter zu stellen als unmittelbar vor der Kapitalmaßnahme („Verwässerungsschutz“). Sollte die betreffende Aktiengesellschaft, deren Aktien dem Discountzertifikat zugrunde liegen, z.B. durch einen Aktientausch übernommen werden, könnte ein Discountzertifikat z.B. auf die Aktien der neuen Aktiengesellschaft im entsprechenden Verhältnis umgestellt werden. Der Emittent verfährt bei einer solchen Anpassung entsprechend den Bestimmungen in den jeweiligen Emissionsbedingungen, welche sich in der Regel an der Vorgehensweise der jeweiligen Terminbörse (beispielsweise die Eurex oder die Euronext Amsterdam), an welcher Termin- und Optionskontrakte auf die betreffende Aktie gehandelt werden, orientieren.

50. Welche Chancen bieten Discountzertifikate?

Da Discountzertifikate bei Emission grundsätzlich mit einem Abschlag gegenüber dem Basiswert ausgegeben werden, bieten sie einen günstigeren Einstiegspreis gegenüber dem Direktinvestment. Dieser Abschlag wirkt bei moderaten Kursrückgängen des Basiswerts als Puffer zum Cap. So können Anleger auch in seitwärts tendierenden oder sogar leicht fallenden Märkten Gewinne erzielen.

51. Wann kann es bei der Anlage mit Discountzertifikaten zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen?

Der Zertifikateinhaber erleidet dann einen Verlust, wenn der Auszahlungsbetrag des Discountzertifikats geringer ist als der Wert des bei Erwerb eingesetzten Kapitals. Bei einer Investition in ein Discountzertifikat müssen Anleger dann mit einem Verlust des eingesetzten Kapitals rechnen, wenn der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unter dem persönlichen Einstiegspreis (Erwerbspreis je Zertifikat dividiert durch das Bezugsverhältnis) für das Zertifikat notiert. Der Anleger eines Discountzertifikats mit physischer Aktienlieferung erleidet dann einen Verlust bis hin zum Totalverlust, sofern er die Aktien nach dem Fälligkeitstag unterhalb des persönlichen Einstiegspreises verkauft. Bei einem Discountzertifikat auf eine Aktie z.B. müsste diese bis auf null sinken, um einen Totalverlust herbeizuführen.

52. Welche Risiken sollten Anleger darüber hinaus beachten?

Steigt der Kurs des Basiswerts bis zum Bewertungstag über den Cap hinaus, nehmen Anleger an dieser Kurssteigerung nicht teil. Ab einem bestimmten Punkt, dem Outperformance-Punkt (siehe hierzu Frage 44), entgehen dem Anleger Gewinne, die er mit einer Direktinvestition hätte erzielen können.
Wird ein Discountzertifikat durch Aktienlieferung oder durch Lieferung von Partizipationszertifikaten zurückgezahlt, haben Anleger bis zur Übertragung am Fälligkeitstag keine Ansprüche aus dem zu liefernden Basiswert. Darüber hinaus sollten Anleger beachten, dass sich der Kurs des zu liefernden Basiswerts in der Zeit zwischen dem Bewertungstag und dem Fälligkeitstag verändern und ggf. bei Fälligkeit noch weiter unter dem Cap notieren kann. Der Anleger erleidet dann einen Verlust bis hin zum Totalverlust, sofern er die Aktien nach dem Fälligkeitstag unterhalb des persönlichen Einstiegspreises verkauft. Daraus resultiert, dass der Verlust aus dem Erwerb des Discountzertifikats erst nach dem Verkauf des gelieferten Basiswerts bzw. des vertretenden Wertpapiers festgestellt werden kann.
Im Falle der Lieferung von Partizipationszertifikaten sollten Anleger berücksichtigen, dass die Wertentwicklung der zu liefernden Zertifikate zum Zeitpunkt der Übertragung nicht feststeht. In der Regel erfolgen bei diesen Zertifikaten keine Zinszahlungen oder sonstige Ausschüttungen (z.B. Dividenden), so dass die einzige Ertragschance der Zertifikate in einem Wertzuwachs des den Zertifikaten zugrunde liegenden Basiswerts, z.B. des Index, und somit des Werts der Zertifikate besteht.

53. Welche Kosten können Anlegern durch die Investition in ein Discountzertifikat entstehen?

Seitens HSBC werden Anlegern sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf von Discountzertifikaten in der Regel keine Transaktionskosten in Rechnung gestellt. Allerdings kann die Hausbank bzw. der Discountbroker des Anlegers für die Transaktion Gebühren erheben. Kommt es bei Fälligkeit des Zertifikats zu einer physischen Übertragung von Aktien oder Partizipationszertifikaten in das Depot des Anlegers, wird auch in diesem Fall seitens HSBC grundsätzlich keine Gebühr erhoben. Anleger sollten daher auch mit ihrer Hausbank oder ihrem Discountbroker in Kontakt treten, um sich rechtzeitig über deren Gebührenstrukturen zu informieren, denn auch diese sollten in der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.

54. Es gibt viele verschiedene Arten von Partizipationszertifikaten. Worin bestehen die Unterschiede?

Als Basiswerte von Partizipationszertifikaten eignen sich nahezu alle denkbaren Finanzinstrumente. Je nach Art des zugrunde liegenden Basiswerts unterscheidet man z.B. zwischen Index- und Basket-Zertifikaten. Partizipationszertifikate können sich aber auch auf Aktien, Devisen, Rohstoffe, Edelmetalle oder Zins-Futures beziehen. Partizipationszertifikate sind mit einer festen Laufzeit oder mit einer unbestimmten Laufzeit ausgestattet. 

55. Was bedeutet Eins-zu-Eins-Partizipation?

Unter einer Eins-zu-Eins-Partizipation versteht man die parallele Kursbewegung des Zertifikats zu seinem Basiswert. Ein Anstieg des dem Index-Zertifikat zugrunde liegenden Index um 1 Punkt (beispielsweise ein Anstieg des DAX® von 7.200 auf 7.201, wobei 1 Indexpunkt 1 Euro entspricht) hätte bei einem Bezugsverhältnis von 0,01 folglich einen Anstieg des Zertifikats um 1 Cent zur Folge (der Geldkurs würde in diesem Fall von 72,00 Euro auf 72,01 Euro steigen). Zu beachten ist also nur das Bezugsverhältnis, welches angibt, in welchem Verhältnis der Inhaber des Zertifikats an der Kursbewegung des Basiswerts partizipiert. Beeinflusst wird die parallele Kursbewegung des Zertifikats durch das Bezugsverhältnis allerdings nicht. Ein Bezugsverhältnis von 0,1 allerdings würde im genannten Beispiel zu einem Anstieg des Geldkurses von 720,00 Euro auf 720,10 Euro, also um 10 Cent führen.

56. Was passiert, wenn die einem Basket-Zertifikat mit unbestimmter Laufzeit zugrunde liegenden Aktiengesellschaften eine Dividende ausschütten?

Hier gilt es zunächst herauszufinden, ob es sich um ein Zertifikat handelt, dessen Emissionsbedingungen tatsächlich eine Berücksichtigung von Dividenden vorsehen oder ob Anleger auf diese ggf. sogar gänzlich verzichten müssen. In der Regel werden Dividendenausschüttungen der einzelnen Basket-Aktien bei Basket-Zertifikaten von HSBC nicht vollständig vereinnahmt, sondern ein Großteil in einem festgelegten Verhältnis an den Anleger weitergereicht. Dies geschieht in Form einer Bezugsverhältniserhöhung der jeweiligen Basket-Aktie. In welcher Höhe die Dividende durch den Emittenten eingepreist wird, entnehmen Anleger den Emissionsbedingungen des jeweiligen Zertifikats.

57. Einige Partizipationszertifikate sind mit einer Währungsabsicherung (Quanto) ausgestattet. Braucht man so etwas?

Bei Wertpapieren, die mit einer Währungsabsicherung (so genannte Quanto-Struktur) ausgestattet sind, müssen Wechselkursverhältnisse während der Laufzeit der Wertpapiere sowie etwaige Umrechnungsverhältnisse am Bewertungstag/Ausübungstag nicht beachtet werden. Quanto bezeichnet eine spezielle Art der Währungssicherung, bei der eine Fremdwährung in einem festgelegten Verhältnis (meist 1:1) in die Emissionswährung (z.B. EUR) umgerechnet wird, d.h. bei Emission erfolgt die Fixierung des Umrechnungskurses.
Für den Wertpapierinhaber bestehen insofern im Hinblick auf die Währung des Basiswerts weder eine Währungschance noch ein Währungsrisiko. Bei Partizipationszertifikaten ohne Währungsabsicherung sollten sich Anleger im Klaren darüber sein, dass auch bei seitwärts notierenden Kursen eines ausländischen Index oder eines anderen in Fremdwährung notierenden Basiswerts der Kurs des Partizipationszertifikats allein aufgrund der Währungskursänderungen steigen oder fallen kann. Steigt das Verhältnis von Emissionswährung / Fremdwährung, bedeutet dies eine stärker werdende Emissionswährung sowie eine schwächere Fremdwährung. Für ein in der Emissionswährung notierendes Partizipationszertifikat ergibt sich folglich ein Kursverlust. Sollten Anleger mit diesen Währungsrisiken einverstanden sein, vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass sie auf Währungschancen nicht verzichten möchten, kann auf eine Währungsabsicherung verzichtet werden. Wertpapiere mit Währungsabsicherung sind im Übrigen auch am Zusatz „Quanto“ zu erkennen.

58. Wovon hängt die Absicherungsgebühr bei Quanto-Zertifikaten ab?

Bei einem Partizipationszertifikat mit Währungsabsicherung, z.B. einem Quanto-Gold-Partizipationszertifikat, ist die Ermittlung des Auszahlungsbetrags durch die Fixierung des Umrechnungskurses unabhängig von der EUR/USD-Kursentwicklung. Insofern besteht für Zertifikateinhaber weder ein Währungsrisiko noch eine Währungschance. Die Währungsabsicherung ist bei Zertifikaten allerdings mit Kosten verbunden. Diese ergeben sich aus den Korrelationen (Grad der Abhängigkeit der Entwicklung) zwischen der jeweiligen Währung und dem Basiswert (Aktien, Indizes oder Rohstoffe), aus Erträgen aus dem Basiswert (z.B. Dividenden), den impliziten Volatilitäten des Basiswerts und der jeweiligen Währung sowie der Zinsdifferenz zur Basiswährung (z.B. Euro). Je nachdem, wie sich die genannten Parameter entwickeln, können die Kosten der Absicherung negativ oder positiv ausfallen. Wenn die Kosten der Absicherung negativ sind, stellt dies für den Anleger einen Ertrag dar, der über einen steigenden Kurs des Zertifikats an den Inhaber weitergereicht wird. Andernfalls werden die Absicherungskosten über den Kurs des Zertifikats in Rechnung gestellt. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Je positiver die Korrelationen ausfallen, desto günstiger ist tendenziell die Absicherung.

59. Kurs- oder Performanceindex? Worin liegt der Unterschied?

Der Unterschied zwischen so genannten Kurs- und Performanceindizes liegt in der Methode der Preisberechnung der Indizes. Bei einem Performanceindex (bspw. DAX®-Performanceindex) wird der Indexstand anhand der Kurse von den im Index enthaltenen Aktien ermittelt. Zusätzlich werden bei der Berechnung des Index Dividendenzahlungen und Kapitalveränderungen für die im Index enthaltenen Aktien berücksichtigt. Die Höhe eines Kursindex (bspw. EURO STOXX 50®-Kursindex) wird hingegen ausschließlich anhand der Kurse von den im Index enthaltenen Aktien ermittelt. Dividendenzahlungen für die im Index enthaltenen Aktien werden bei der Berechnung des Index nicht berücksichtigt.

60. Partizipationszertifikat oder Investmentfonds? - Was ist günstiger?

Bei den meisten Investmentfonds handelt es sich um aktiv gemanagte Aktienfonds, die von einem professionellen Fondsmanagement verwaltet werden. Die Wertentwicklung des Fonds wird in hohem Maße durch Anlageentscheidungen des Fondsmanagers beeinflusst.


Für die Überwachung, die Analyse der Märkte und den Austausch von Wertpapieren zahlen Anleger allerdings jährliche Verwaltungsgebühren, die häufig zwischen 1 % und 2 % des Ausgabepreises betragen. Darüber hinaus fallen bei fast allen Investmentfonds so genannte Ausgabeaufschläge an, die bis zu ca. 6 % des Ausgabepreises ausmachen können. Bei Zertifikaten stellt sich die Situation anders dar. Index-Zertifikate werden grundsätzlich nicht aktiv verwaltet. Sie bilden lediglich eine Benchmark (Bezugswert / Basiswert) nach ohne die Absicht, die Performance dieser zu übertreffen. Eine jährliche Verwaltungsgebühr müssen Anleger daher nicht zahlen. Auch der Erwerb der Zertifikate erfolgt fast immer ausgabeaufschlagsfrei. (Der Blick in den Wertpapierprospekt des Emittenten schafft hier Klarheit.) Vorteilhaft ist auch die laufende Kursstellung des Emittenten. Während Zertifikate regelmäßig über den gesamten Handelstag ge- und verkauft werden können, wird für den Kauf oder Verkauf eines Investmentfonds in der Regel nur einmal pro Tag ein handelbarer Kurs ermittelt (ausgenommen so genannte Exchange Traded Funds mit fortlaufender Notierung).


Bei Strategie- und Basket-Zertifikaten kann durch die regelmäßige Überwachung und ggf. den Austausch einzelner Basiswerte ebenfalls eine jährliche Gebühr erhoben werden. Diese liegt bei Zertifikaten von HSBC in der Regel bei knapp 1 % p.a. Investmentfonds sehen in der Regel entweder die Ausschüttung oder eine Wiederanlage anfallender Erträge vor. Bei Basket- und Strategie-Zertifikaten wird häufig ein Teil der Dividende über eine Erhöhung des Bezugsverhältnisses an den Anleger weitergereicht. Insgesamt ist also die Investition in Index-, Basket- oder Strategie-Zertifikate meist günstiger als die Investition in aktiv gemanagte Fonds. Anleger sollten allerdings auch beachten, dass die Renditeaussichten aktiv gemanagter Produkte unter Umständen höher ausfallen können.

61. Aktien- vs. Indexanleihe. Worin liegt der Unterschied?

Die Bezeichnungen „Aktienanleihe“ und „Indexanleihe“ werden von HSBC als Eigennamen verwendet. Sie bezeichnen eine in der Derivatebranche klar definierte Produktkategorie mit Produkteigenschaften, die diesem Produkttyp entsprechen. Die Bezeichnungen „Aktienanleihe“ und „Indexanleihe“ lassen daher keine Rückschlüsse auf einen bestimmten Basiswert zu. Demzufolge können sich Aktienanleihen auf sämtliche im Basisprospekt des Emittenten genannten Basiswerte beziehen. So ist eine Bezeichnung wie „Aktienanleihe bezogen auf Gold“ durchaus marktüblich. Ein Unterschied zwischen den von HSBC emittierten Aktienanleihen und Indexanleihen besteht in der Art der Rückzahlung. Den von HSBC emittierten Aktienanleihen liegt in der Regel eine Aktie als Basiswert zugrunde, während die unter dem Eigennamen „Indexanleihe“ emittierten Wertpapiere sich meist auf bekannte Indizes beziehen. Sofern keine Rückzahlung zum Nennbetrag erfolgt, wird die Rückzahlung einer Aktienanleihe in der Regel durch Lieferung einer durch das Bezugsverhältnis ausgedrückten Anzahl von Aktien je Teilschuldverschreibung vollzogen. Praktisch erfolgt eine physische Übertragung des Basiswerts am Fälligkeitstag durch die Einbuchung der entsprechenden Anzahl an Aktien in das Depot des Anlegers. Bei Indexanleihen, denen ein Index oder ein Future beispielsweise zugrunde liegt, gilt in der Regel, sofern keine Rückzahlung zum Nennbetrag erfolgt, je Teilschuldverschreibung die Zahlung eines Auszahlungsbetrags in Abhängigkeit vom maßgeblichen Kurs des Index bzw. Futures am Bewertungstag. Auch hier gibt es grundsätzlich die Möglichkeit einer physischen Übertragung. Je nach Emittenten kann bei Fälligkeit z.B. anstelle der Zahlung eines Auszahlungsbetrags auch die Lieferung einer bestimmten Anzahl an Indexpartizipationszertifikaten je Teilschuldverschreibung vorgesehen sein. Die Rückzahlungsmodalitäten sind in den jeweiligen Emissionsbedingungen festgelegt.


Die Funktionsweise von Aktien- und Indexanleihen
Aktienanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, deren Verzinsung unabhängig von der Kursentwicklung des unterliegenden Basiswerts gezahlt wird. Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt am Fälligkeitstag durch Zahlung des Nennbetrags oder durch Lieferung einer durch das Bezugsverhältnis ausgedrückten Anzahl an Aktien des Basiswerts je Teilschuldverschreibung. Sofern der Basiswert am Bewertungstag auf oder oberhalb des Basispreises notiert, erhalten Anleger bei Fälligkeit eine Rückzahlung in Höhe des Nennbetrags. Die Summe aus Nennbetrag und Zinszahlung bzw. Zinszahlungen ist der maximal mögliche Betrag, den Anleger bei Fälligkeit der Anleihe erhalten können. Die Rückzahlung erfolgt durch Lieferung der durch das Bezugsverhältnis ausgedrückten Anzahl an Aktien, wenn der Kurs des Basiswerts den Basispreis am Bewertungstag unterschreitet. Bei Indexanleihen hingegen erfolgt die Rückzahlung in diesem Szenario durch Zahlung eines Auszahlungsbetrags in Abhängigkeit vom Stand des Index am Bewertungstag.

62. Aktienanleihen und Discountzertifikate sind sich von ihrer Grundkonstruktion her sehr ähnlich. Worin besteht genau der Unterschied?

Beide Produktarten sind mit einem so genannten Cap versehen, der Anlegern die Chance auf eine Partizipation an Kursanstiegen oberhalb einer bestimmten Kursmarke nimmt. Die maximale Rückzahlung eines Discountzertifikats ist auf den Höchstbetrag und die maximale Rückzahlung einer Aktien- bzw. Indexanleihe auf den Nennbetrag begrenzt. Notiert der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag auf oder über dem Basispreis, erzielen Anleger die maximal mögliche Rendite, andernfalls erfolgt bei beiden Produktarten die Rückzahlung durch Lieferung einer durch das Bezugsverhältnis ausgedrückten Anzahl an Aktien (bei Indexanleihen durch Zahlung eines Auszahlungsbetrags).
Sowohl Aktienanleihen als auch Discountzertifikate eignen sich besonders für den Einsatz in seitwärts tendierenden, moderat fallenden oder leicht steigenden Märkten. Der markante Unterschied besteht einerseits in der Zinszahlung der Anleihe und andererseits im Abschlag bzw. Puffer zum Cap des Discountzertifikats. Genau diese Ausstattungen geben den Produkten ihren Charakter. Während der Puffer zum Cap in Form des günstigeren Einstiegspreises bei einem Discountzertifikat im Vergleich zur Direktanlage Kursverluste des Basiswerts abfedert, erhalten Inhaber der Aktienanleihe eine oder ggfs. mehrere Zinszahlungen, die unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswerts erfolgen.

63. Sind Aktien- und Unternehmensanleihen identische Produkte?

Diese Frage kann mit einem deutlichen Nein beantwortet werden. Aktienanleihen gehören aufgrund ihrer Struktur zu den derivativen Finanzinstrumenten. Unternehmensanleihen sind dagegen reine festverzinsliche Wertpapiere, die von den jeweiligen Unternehmen selbst aus Gründen der Fremdkapitalbeschaffung ausgegeben werden. In der Regel ist die Verzinsung einer Unternehmensanleihe umso höher, je größer das mit der Anleihe verbundene Bonitätsrisiko (und demnach die Ausfallwahrscheinlichkeit) des Unternehmens ist. Die Höhe der Verzinsung einer Aktienanleihe hängt dagegen nicht von der Bonität des Emittenten ab. Bei Aktienanleihen bestimmen Faktoren, wie z.B. die Dividendenrendite einer Aktie, die Höhe der Verzinsung.

64. Warum notieren Aktienanleihen in Prozent? Was müssen Anleger beim Erwerb der Anleihe zahlen? Was bedeuten die Bezeichnungen Clean Price und Dirty Price?

Aufgrund des Anleihecharakters werden Geld- und Briefkurs einer Aktienanleihe in Prozent des Nennbetrags angegeben, d.h. für eine mit einem Nennbetrag in Höhe von 1.000 Euro ausgestattete Aktienanleihe, die zu einem Briefkurs („Clean“-Notierung) in Höhe von 98,90 % notiert, zahlen Anleger bei Erwerb 989 Euro (zzgl. etwaiger Erwerbsnebenkosten) zuzüglich der seit dem letzten Zinstermin und bis zum Erwerbszeitpunkt aufgelaufenen Stückzinsen. Anhand der Prozentnotierung ist zunächst sofort erkennbar, ob eine Anleihe unter oder über pari, also unter oder über 100 % ihres Nennbetrags oder sogar pari (zum Nennbetrag), d.h. zu 100 %, notiert. Bei Kursen der Anleihe unter pari ist die erzielbare Rendite für den Anleger tendenziell höher als bei Kursen auf oder sogar über pari. Notiert der Kurs des Basiswerts oberhalb des Basispreises der Anleihe, so wird der Kurs der Aktienanleihe unter sonst konstanten Einflussfaktoren tendenziell nahe 100 % (pari) oder sogar leicht darüber notieren. Denn in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anleihe bei Fälligkeit zum Nennbetrag getilgt wird, insbesondere kurz vor dem Laufzeitende, besonders hoch. Die Angabe der Kurse erfolgt darüber hinaus meist als so genannter „Clean Price“, d.h. ohne Berücksichtigung der bereits aufgelaufenen Stückzinsen. Diese müssen Anleger beim Erwerb einer Aktienanleihe zusätzlich zahlen. Wird der Kurs der Anleihe hingegen als „Dirty Price“ ausgedrückt, enthält dieser die bereits aufgelaufenen Stückzinsen. Diese Art der Notierung wird auch als Flat-Notierung bezeichnet.

65. Wie können Anleger die Zinszahlung errechnen, die sie bei Fälligkeit erwarten können?

Die Zinszahlung erfolgt am jeweiligen Zinstermin. Der Zinstermin entspricht in der Regel dem Fälligkeitstag und umfasst die Zeit zwischen dem Ersten Valutierungstag (=Beginn des Zinslaufs) und dem Fälligkeitstag (=Zeitpunkt der Rückzahlung der Anleihe). Die Höhe der Zinszahlung für eine Aktien- oder Indexanleihe wird entweder als Zinssatz pro Jahr (p.a.) angegeben oder als Zinssatz für die Gesamtlaufzeit der Anleihe (Zinssatz absolut). Ist diese z.B. mit einem Zinssatz in Höhe von 15,25 % p.a. und mit einem Nennbetrag in Höhe von 1.000 Euro ausgestattet, bedeutet dies nur für den Fall, dass die Anleihe eine (Rest-) Laufzeit von exakt einem Jahr hat, dass Anleger eine Zinszahlung in Höhe von (15,25 x 1.000)÷100, also 152,50 Euro erhalten. Sollte die Laufzeit und damit die Zinsperiode über ein Jahr hinaus gehen oder möglicherweise kürzer ausfallen, wird die Zinszahlung bei Fälligkeit die 152,50 Euro übersteigen, bei einer kürzeren Laufzeit wird die Zahlung darunter liegen. In der Regel erfolgt eine tagegenaue Berechnung der dem Anleger zustehenden Zinsen. Berücksichtigt wird folglich auch, ob es sich um ein Schaltjahr handelt (366 Tage) oder nicht (365 Tage), sowie die tatsächliche Anzahl der Tage in der Zinsperiode. Diese Methode wird auch als „actual/actual-Methode“ bezeichnet. Darüber hinaus existieren weitere Zinsberechnungsmethoden, wie z.B. die so genannte deutsche Zinsmethode „30/360“ (jeder Monat wird mit 30 Tagen berücksichtigt, das Jahr standardmäßig mit 360 Tagen) oder die so genannte europäische Zinsmethode „actual/360“ (tagegenaue Berechnung bezogen auf 360 Tage eines Jahres). Für Aktien- oder Indexanleihen mit einer p.a.-Verzinsung von HSBC wird in der Regel die actual/actual-Methode angewandt. Eine Aktienanleihe auf die A-AG beispielsweise ist mit einer Laufzeit bis zum 22.06.2012 und einem Beginn des Zinslaufes ab dem 20.02.2011 ausgestattet. Der Nennbetrag der Anleihe beträgt 1.000 Euro. Der jährliche Zinssatz liegt bei 15,25 %.An erster Stelle für die Berechnung der Zinszahlung steht die Ermittlung der Zinstage. Nach der Methode actual/actual ergeben sich 488 Zinstage:


Für 2011: 314 Tage; für 2012 = 174 Tage


Die Zinszahlung errechnet sich wie folgt:

Bezogen auf das Beispiel ergibt sich daraus:

Die Zinszahlung in Höhe von 203,89 Euro für die beispielhafte Aktienanleihe erhalten Anleger für den Fall, dass sie diese von Beginn des Zinslaufes an bis zur Fälligkeit gehalten haben. Andernfalls fällt die Zinszahlung entsprechend geringer aus.

66. Was sind Stückzinsen und warum muss man als Anleger beim Erwerb einer Aktien- oder Indexanleihe Stückzinsen zahlen, wenn man während der Laufzeit einsteigt?

Zusätzlich zum Verkaufspreis der Anleihe muss der Anleger so genannte Stückzinsen für den Zeitraum seit dem letzten Zinstermin entrichten, in dem er noch kein Anleiheinhaber war. Sollte noch keine Zinszahlung erfolgt sein, so ist der Zeitraum ab Beginn des Zinslaufs maßgeblich. Die nächste Zinszahlung der Aktienanleihe erfolgt am folgenden Zinstermin durch den Emittenten an den Anleiheinhaber und beinhaltet die bereits gezahlten Stückzinsen. Erwirbt ein Anleger beispielsweise eine Aktienanleihe mit einjährigem Zinslauf (365/366 Tage) etwa ein Dreivierteljahr vor dessen Ende, so erhält dieser Anleger bei Fälligkeit die Zinszahlung für den gesamten Zinslauf ausgezahlt. Der Zinsanteil für das erste Vierteljahr, in dem er die Anleihe nicht gehalten hat und ihm daher auch keine Zinsen für diese Zeit zustehen, werden ermittelt und der Anleger muss diese bei Erwerb der Anleihe zuzüglich zum Briefkurs zahlen. Diese Zinsen werden Stückzinsen genannt. Die Stückzinsen einer Aktienanleihe berechnen sich nach der folgenden Formel:

67. Können Anleger mit der Anzahl der zu liefernden Aktien fest rechnen oder kann sich hieran ggf. noch etwas ändern?

Die Anzahl der bei Fälligkeit je Teilschuldverschreibung zu liefernden Aktien wird bei Emission einer Aktienanleihe festgelegt. Es gibt allerdings Situationen, die zu Veränderungen der durch das Bezugsverhältnis ausgedrückten Anzahl von Aktien führen können. Dies kann z.B. infolge von Kapitalerhöhung oder anderen Kapitalmaßnahmen im Basiswert notwendig sein, um den Inhaber der entsprechenden Anleihe wirtschaftlich betrachtet unmittelbar nach Durchführung der Kapitalmaßnahme nicht schlechter zu stellen als unmittelbar vor der Kapitalmaßnahme („Verwässerungsschutz“). Vgl. hierzu Frage 81.

68. Welche Faktoren können den Kurs einer Aktienanleihe während der Laufzeit beeinflussen?

Der Kurs einer Aktienanleihe richtet sich in erster Linie nach der Kursentwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts. Ein steigender Kurs des Basiswerts wirkt sich unter der Annahme sonst konstanter Einflussfaktoren positiv auf den Kurs der Anleihe aus. Da die Grundkonstruktion einer Aktienanleihe der Konstruktion eines Discountzertifikats ähnelt, ist die Wirkungsweise der Einflussparameter nahezu identisch. An dieser Stelle sollten Anleger sich die detaillierten Betrachtungen bei einem Discountzertifikat ansehen. Vgl. Frage 47 und 51–54. Der Cap des Discountzertifikats entspricht in der Betrachtung dem Basispreis der Aktienanleihe. Grundsätzlich gilt für Aktien- und Indexanleihen, dass deren Kurs bei Kursen des Basiswerts unterhalb des Basispreises (und einem Kurs der Anleihe unter pari) stärker von der Entwicklung des Basiswerts als von der Entwicklung weiterer Einflussfaktoren beeinflusst wird. Notiert der Kurs des Basiswerts weit über dem Basispreis und die Anleihe in diesem Fall in der Regel pari bzw. leicht darüber, so wird unter sonst konstanten Einflussfaktoren tendenziell die Zinsentwicklung einen relativ gesehen größeren Einfluss auf das Kursverhalten haben. Die Bedeutung der enthaltenen Optionskomponente ist in diesem Fall häufig nur sehr gering.

69. Viele Aktiengesellschaften schütten während der Laufzeit einer Aktienanleihe eine Dividende aus. Wirkt sich das auch auf den Kurs der Aktienanleihe aus?

Dividendenausschüttungen erfolgen bei deutschen Aktiengesellschaften am ex-Tag, dieser entspricht in der Regel dem Tag nach der Hauptversammlung. Zeitgleich mit der Ausschüttung der Dividende erfolgt ein Abschlag der Bruttodividende vom Börsenkurs der entsprechenden Aktie. In der Regel ist dadurch der Aktienkurs unmittelbar nach der Dividendenzahlung geringer als unmittelbar davor. Auf den Kurs einer Aktienanleihe hat die Ausschüttung einer Dividende grundsätzlich keinen Einfluss, da die während der Laufzeit zu erwartenden Dividendenzahlungen bereits bei Emission der Aktienanleihe in deren Verkaufskurs eingerechnet sind. Sofern der Aktienkurs durch den Dividendenabschlag am Bewertungstag unterhalb des Basispreises notiert, wird der Emittent die entsprechende Anzahl an Aktien liefern. Das Risiko, dass der Kurs der Aktie aufgrund des Dividendenabschlags unter dem Basispreis notiert, sollten Anleger berücksichtigen.
Beispiel:
Angenommen, der Kurs der A-Aktie notiert vor der Hauptversammlung der A-AG bei 115 Euro. Die Aktienanleihe auf die A-Aktie hat eine Restlaufzeit von wenigen Tagen und ist ausgestattet mit einem Basispreis in Höhe von 110 Euro. Auf der Hauptversammlung beschließen die Anteilseigner mehrheitlich, eine Bruttodividende in Höhe von 8 Euro je Aktie auszuschütten. Am ex-Tag eröffnet der Kurs der Aktie der A-Aktie zu Handelsbeginn mit einem um die Dividende bereinigten Aktienkurs in Höhe von 107 Euro (ceteris paribus). Sofern der Aktienkurs bis zum Laufzeitende nicht wieder über den Basispreis von 110 Euro steigt, erfolgt die Rückzahlung der Aktienanleihe nicht zum Nennbetrag, sondern durch Lieferung der entsprechenden Anzahl an Aktien.

70. Welchen Einfluss haben während der Laufzeit durchgeführte Kapitalmaßnahmen des Basiswertes einer Aktienanleihe?

Um Inhaber der Aktienanleihe vor einer Kapitalverwässerung zu schützen, werden wesentliche Bestandteile der Wertpapiere mit dem Ziel angepasst, die Inhaber des entsprechenden Wertpapiers wirtschaftlich betrachtet unmittelbar nach Durchführung der Kapitalmaßnahme nicht schlechter zu stellen als unmittelbar vor der Kapitalmaßnahme („Verwässerungsschutz“). Hierzu werden der Basispreis der Anleihe sowie die Anzahl der zu liefernden Aktien (Bezugsverhältnis) angepasst. Der Nennbetrag bleibt hiervon allerdings unberührt.
Beispiel:
Ein Anleger hat eine Aktienanleihe auf die XY AG mit einem Basispreis in Höhe von 697,8693 Euro erworben. Das Bezugsverhältnis und damit die Anzahl der zu liefernden Aktien der Anleihe beträgt 1,4330 Stück. Während der Laufzeit der Aktienanleihe beschließt die XY AG, eine Sonderdividende in Höhe von 15 Euro je Aktie auszuschütten. Um den Inhaber der Anleihe unmittelbar nach der Sonderdividendenausschüttung nicht schlechter zu stellen als vor dieser Kapitalmaßnahme, wird der Basispreis der Aktienanleihe von 697,8693 Euro auf 689,1196 Euro gesenkt. Das neue angepasste Bezugsverhältnis beträgt nach der Kapitalmaßnahme 1,4512 Aktien. Würde es nicht zu einer Anpassung der Ausstattungsmerkmale kommen, so wären Inhaber der Anleihe aufgrund der Sonderdividendenausschüttung schlechter gestellt als die Aktionäre. Der meist geringere Aktienkurs nach Ausschüttung der Dividende hätte eine geringere Wahrscheinlichkeit zur Folge, dass der Aktienkurs am Bewertungstag über dem Basispreis notiert und die Anleihe zum Nennbetrag getilgt wird. Bei einer Tilgung durch Lieferung einer unveränderten Anzahl an Aktien würde der Inhaber dagegen aufgrund der Sonderdividendenausschüttung einen geringeren wirtschaftlichen Gegenwert erzielen als vor der Kapitalmaßnahme.

71. Wann sollten sich Anleger eher für Aktienanleihen als für Discountzertifikate entscheiden?

Es kommt eindeutig auf die Zielsetzung des Anlegers an. Die Entscheidung zugunsten des einen oder anderen Produkts hängt davon ab, ob die Präferenz eines Anlegers eher eine festgelegte Zinszahlung (Aktien- oder Indexanleihe) oder aber ein günstigerer Einstiegspreis und Puffer zum Cap (Discountzertifikat) ist. Auch die Frage nach der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung kann für Anleger relevant sein.

72. Mit welchen Risiken ist die Investition in Aktien-/Indexaleihen bzw. Discountzertifikate verbunden?

Diese Frage kann grundsätzlich mit Nein beantwortet werden. Zu einer Aktienlieferung kommt es zwar nur dann, wenn am Bewertungstag der Aktienkurs unter dem Basispreis der Anleihe notiert. Allerdings hängen mögliche Verluste in erster Linie vom individuellen Einstiegspreis des Anlegers ab. Grundsätzlich ist die Tilgung der Anleihe durch Lieferung der Aktien ungünstiger für den Anleger, da in diesem Fall die Rückzahlungshöhe niedriger ist als der Nennbetrag und somit das Risiko eines Kapitalverlusts bis hin zum Totalverlust am größten ist. Der Anleiheinhaber erleidet ohne Berücksichtigung der Zinszahlung(en) einen Totalverlust, wenn er die gelieferten Aktien nach Fälligkeitstag zu einem Kurs von 0,00 EUR verkauft. Der Inhaber der Aktienanleihe muss immer dann einen Verlust hinnehmen, wenn die Summe aus erhaltenen Zinszahlungen und der Erlös aus dem Verkauf der gelieferten Aktien geringer ist als das für den Erwerb der Aktienanleihe aufgewendete Kapital (Kaufpreis zuzüglich möglicherweise zu zahlender Stückzinsen und sonstiger mit dem Kauf verbundener Kosten). Die individuelle „Verlustschwelle“ können Anleger ermitteln, indem sie vom gezahlten Briefkurs für die Anleihe die ihnen ab Erwerb zustehende Zinszahlung abziehen (sofern die Anleihe bis zur Fälligkeit gehalten wird) und diese Differenz ins Verhältnis zur Anzahl der zu liefernden Aktien setzen:
Eine Anleihe hat beispielsweise folgende Ausstattung: Der Briefkurs notiert beim Erwerb bei 85,43 %, der Nennbetrag beträgt 1.000 Euro. Darüber hinaus bietet die Anleihe einen Zinssatz in Höhe von 9,9 % p.a. (bei 365 Tagen) und hat ab dem Erwerbszeitpunkt eine Restlaufzeit von 322 Tagen.
Ab welchem Kurs des Basiswerts für den Anleger nun ein Verlust eintreten kann, errechnet sich über die Verlustschwelle. Zum Erwerbszeitpunkt notiert die Aktie bei 15,32 Euro. Der Basispreis der Anleihe liegt bei 17,25 Euro. Wäre die Anleihe sofort fällig, würde der Inhaber eine Aktienlieferung über insgesamt 57,9710 Aktien erhalten.
Die Verlustschwelle der beispielhaften Aktienanleihe liegt bei einem Kurs des Basiswerts in Höhe von 13,23 Euro. Erst ab diesem und darunter liegenden Kursen der Aktie tritt für den Anleger bei Fälligkeit ein Verlust ein. Wichtig ist, dass die Verlustschwelle sich immer auf den persönlichen Einstiegspreis und die zu erhaltende Zinszahlung bezieht. Die Verlustschwellen, die für jede Aktien- und Indexanleihe auf der Internetseite von HSBC veröffentlicht werden, gelten daher nur bezogen auf den angezeigten Briefkurs und die an diesem Tag gültige Restlaufzeit.

73. Wie berechnet man den Outperformance-Punkt einer Aktien- oder Indexanleihe und was sagt dieser aus?

Der Outperformance-Punkt gibt Anlegern grundsätzlich Auskunft darüber, ab welchem Kurs des Basiswerts am Bewertungstag eine Direktinvestition zu einer höheren Rendite geführt hätte. Bei allen Aktien- und Indexanleihen von HSBC können Anleger den Outperformance-Punkt im Internet unter www.hsbc-zertifikate.de einsehen.


Folgende Ausstattung sei gegeben:


Kupon p.a.: 14,50 %
Basiskurs: 60,50 €
Feststellungsbetrag: 18.10.2010
Nennbetrag: 1000 €
Beginn Zinslauf: 02.03.2009
Briefkurs: 96,26 %
Anzahl Aktien: 16,5289
Kurs des Basiswertes: 56,03 €


Bezogen auf das Beispiel ist die Investition in die Aktien- bzw. Indexanleihe so lange mit einer höheren Rendite verbunden, wie der Kurs des Basiswerts am Bewertungstag unterhalb von 72,76 Euro notiert. Bei darüberliegenden Kursen des Basiswerts wäre eine Direktinvestition lohnenswerter gewesen.

74. Die Rendite bei der Investition in Aktien- oder Indexanleihen ist begrenzt. Wie kann man errechnen, wie hoch die maximale Rendite pro Jahr ausfällt?

Um die Rendite verschiedener Anlageformen oder unterschiedlicher Aktien- und Indexanleihen miteinander vergleichen zu können, besonders wenn diesen jeweils unterschiedlich lange Laufzeiten zugrunde liegen, kann die so genannte maximale Rendite p.a. verwendet werden. Der Einfachheit halber kann man zunächst die insgesamt erzielbare maximale Rendite errechnen und diese in einem nächsten Rechenschritt in die jährlich maximal mögliche Rendite umrechnen. Geht man von der Ausstattung der dargestellten Aktienanleihe aus, errechnet sich die angegebene maximale Rendite p.a. wie folgt:


Kupon p.a: 12;75 %
Basiskurs: 60,75 €
Anzahl Aktien: 16,4609
Nennbetrag: 1.000 €
Briefkurs: 95,53 %
Restlaufzeit: 405 Tage


Schritt 1: Berechnung der maximalen Rendite über die Gesamtlaufzeit:


Schritt 2: Berechnung der maximalen Rendite pro Jahr:


Die maximal erzielbare Rendite der beispielhaften Aktienanleihe beträgt bezogen auf die gesamte Restlaufzeit 19,49 %. Auf ein Jahr gesehen lässt sich mit der Anleihe eine Rendite von max. 17,57 % erzielen.

75. Wie hoch ist das Mindestanlagevolumen bei einer Aktien- bzw. Indexanleihe?

Die kleinste handel- und übertragbare Einheit einer Aktienanleihe ist in der Regel eine Teilschuldverschreibung in Höhe des entsprechenden Nennbetrags, z.B. 1.000 Euro. Denn Anleihen sind in einer bestimmte Anzahl von Teilschuldverschreibungen unterteilt, die – multipliziert mit ihrem Nennbetrag – das Gesamtvolumen der Anleihe darstellen. Das Mindestanlagevolumen entspricht grundsätzlich dem Wert einer Teilschuldverschreibung zuzüglich Stückzinsen. Beispielsweise würde eine Teilschuldverschreibung mit einem Nennbetrag von 1.000 Euro und einem aktuellen Briefkurs in Höhe von 95 % – rein rechnerisch – 950 Euro zuzüglich Stückzinsen kosten (zur Stückzinsberechnung vgl. Frage 76 und 77). Das Mindestanlagevolumen für eine Aktien oder Indexanleihe hängt folglich vom Nennbetrag, vom Kurs der Anleihe sowie der Höhe der Stückzinsen für eine Teilschuldverschreibung ab. Darüber hinaus können Mindestanlagevolumen auch von Hausbanken und Online-Brokern vorgesehen sein (vgl. hierzu Frage 16).