DAX® im Mai

DAX® im Mai

Ein Überblick über den DAX® im Mai

Liebe Leserinnen und Leser der HSBC Marktbeobachtung,

wie bereits aus vergangenen Ausgaben bekannt, widmen wir uns auch in dieser Ausgabe der Verhaltensanalyse des DAX® in einzelnen Monaten seit seiner Einführung im Juli 1988. In dieser Ausgabe blicken wir genauer auf die Mai-Historie. Was könnte uns in diesem Monat erwarten?

Klassischerweise betrachten wir zu Beginn erneut einen hypothetischen Marktteilnehmer, der ausschließlich im Mai investiert war. Dabei beleuchten wir, welche Rendite er mit dieser Strategie erzielt hätte. Die zugrunde liegende Methodik bleibt unverändert: Der Ausgangspunkt ist der Schlusskurs des Vormonats, sprich des Aprils. Der letzte Tagesschlusskurs des Monats Mai markiert wiederum das Ende der Performanceberechnung des jeweiligen Jahres. Als Datengrundlage dienen die Jahre 1988 bis 2025.

In der Grafik „DAX® Mai-Performance“ zeigt sich insgesamt ein überwiegend positives Bild. Nach einem zunächst schwankenden Verlauf in den frühen Jahren setzt ab Mitte der 1990er-Jahre ein deutlicher Anstieg ein, der bis zur Jahrtausendwende in eine Performance von knapp 30 Prozent mündet. In den Folgejahren kommt es zu einer ausgeprägteren Schwäche- und Seitwärtsphase mit erhöhter Volatilität, bevor sich ab Mitte der 2000er-Jahre wieder ein insgesamt positiver Grundtrend etabliert. Auffällig ist, dass außergewöhnliche Ereignisse wie die Coronakrise 2020 oder der Ukraine-Konflikt 2022 im Mai keinen nachhaltigen Einbruch in der kumulierten Mai-Performance hinterlassen. In den letzten Jahren beschleunigt sich der Aufwärtstrend erneut, sodass der hypothetische Investor zuletzt bei rund 35 bis knapp 40 Prozent Rendite gelegen hätte. Insgesamt dominiert ein langfristig positiver Verlauf, der jedoch von mehreren zwischenzeitlichen Rücksetzern unterbrochen wird.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

In den folgenden Grafiken veranschaulichen wir die Mai-Monatsrenditen des DAX® für die einzelnen Jahre, wodurch die Auf- und Abwärtsphasen deutlich werden. Insgesamt überwiegen die positiven Mai-Monate, allerdings wechseln sich Gewinn- und Verlustjahre immer wieder ab – ein Hinweis darauf, dass auch der Mai kein Selbstläufer ist. Die zweite Grafik fasst die Extremwerte zusammen: Der beste Mai wurde 2020 mit einem Plus von rund 7 Prozent erzielt, während der Mai 2012 mit einem Minus von etwa 8 Prozent als schwächster Mai in die Statistik eingeht. Damit wird die Bandbreite der möglichen Monatsentwicklung im Mai klar sichtbar.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

Bisher haben wir nur betrachtet, wie sich die einzelnen Mai-Monate über die Jahre entwickelten. Im Folgenden gehen wir jedoch tiefer und analysieren die einzelnen Tage der Mai-Monate. Zunächst untersuchen wir die Wochentage und ermitteln jeweils den historisch besten sowie den schlechtesten Mai-Handelstag in der Geschichte des DAX®. Die Ergebnisse sind in folgenden Grafiken dargestellt:

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

Anhand der Extremwerte wird die Bandbreite deutlich: Der beste Mai-Tag war der Montag, 18.05.2020, mit einem Plus von rund 5,7 Prozent, während der schlechteste Mai-Tag auf den Montag, 19.05.2003, mit etwa -4,6 Prozent entfiel. Damit erweist sich der Montag im Mai als zweischneidiges Schwert. Bei den übrigen Wochentagen fallen die Ausschläge deutlich moderater aus: Die besten Tagesrenditen liegen meist um etwa 3 Prozent, die schwächsten bewegen sich überwiegend zwischen etwa -2,5 und -4 Prozent. Insgesamt zeigt sich damit eine spürbare, aber klar begrenzte Schwankungsbreite innerhalb des Monats Mai.


Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist
kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

Die DAX®-Mai-Renditen konzentrieren sich deutlich im Bereich kleiner Monatsbewegungen: Am häufigsten liegen die Ergebnisse knapp unter bzw. knapp über der Nulllinie (vor allem -1 % bis 0 % sowie 0 % bis +1 %), gefolgt von moderaten Zuwächsen zwischen +1 % und +2 %. Größere Ausschläge sind dagegen selten. Sowohl stärkere Rückgänge unter -2 % als auch Anstiege über +2 % treten nur vereinzelt auf, und Werte jenseits von ±3 % bleiben die Ausnahme. Insgesamt zeigt der Mai damit historisch eher ein ruhiges und mit 425 von 769 Mai-Handelstagen im Plus ein leicht positiv geprägtes Renditeprofil.

Abschließend betrachten wir wie gewohnt die historische Volatilität des DAX® und vergleichen sie mit der Volatilität im Mai. Die schwarze Säule gibt die Gesamtvolatilität des DAX® an, während die rote Säule die historische Volatilität des Monats Mai zeigt. Diese fällt mit 18,554 % niedriger aus als die Gesamtvolatilität des DAX® von 21,597 %. Entsprechend folgt, dass wir statistisch gesehen im Mai mit einer geringeren Volatilität rechnen dürfen.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

 

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