Grund für die Reduktion des Ausblicks seien vor allem die höheren Kosten für Flugbenzin. So sollen diese Ausgaben um 26,1 Prozent auf 188 Mrd. Dollar nach oben schießen, womit sie dann 24,2 Prozent der operativen Kosten der Airlines ausmachen würden. Damit wären die Ausgaben für Flugbenzin für viele Gesellschaften der größte Kostenfaktor. 2017 lag der Wert noch bei 21,4 Prozent. Die IATA räumte ein, dass es einige Risiken für ihre Prognose gebe, wie den Handelsstreit zwischen den USA und zahlreichen anderen Ländern sowie den möglichen Folgen des bevorstehenden Brexits, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU.
Wegen der bereits gestiegenen Treibstoffkosten hat der US-Konzern Delta Air Lines seine Prognose für das zweite Quartal gesenkt, woraufhin die Aktie deutlich nachgegeben hat. Demnach soll der Gewinn je Aktie bei lediglich 1,65 bis 1,75 Dollar liegen, statt der ursprünglich geplanten 1,8 bis 2,0 Dollar. Finanzchef Paul Jacobsen will innerhalb eines Monats eine Entscheidung über die Sitzplatzkapazitäten im Herbst treffen. Wenn sie etwas langsamer als ursprünglich geplant ausgebaut werden, haben die Fluggesellschaften üblicherweise mehr Spielraum bei den Ticketpreisen. Sechs Wochen vor Delta hatte bereits der weltweite Branchenprimus American Airlines aus dem gleichen Grund den Ausblick gestutzt.
Lufthansa-Aktie im Sinkflug
Trotz des diesigen Branchenausblicks gab sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf dem jüngsten IATA-Treffen in Sydney zuversichtlich für die Sommersaison. Er geht davon aus, dass die zuletzt unter Druck geratenen Durchschnittserlöse wieder steigen werden und erwartet eine Rekordauslastung der Flugzeuge. Dennoch ist die Aktie seit Jahresanfang im Sinkflug. Gegenüber Ende 2017 hat sie um knapp 30 Prozent nachgegeben und notiert in der Nähe des Neun-Monats-Tiefs.
Für Aufsehen in der Branche hatte zuletzt die Meldung gesorgt, dass Europas größter Hotelbetreiber Accor über den Kauf eines Anteils von 14,3 Prozent an der angeschlagenen Fluggesellschaft Air France-KLM nachdenkt. Während sich das Papier von Air France-KLM daraufhin deutlich erholt hat, ist jenes von Accor eingebrochen.
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