Reisen mit Gegenwind: Warum sich Preise, Routen und Reiseverhalten gerade verändern

01 Mai 2026

Reisen mit Gegenwind: Warum sich Preise, Routen und Reiseverhalten gerade verändern

Haben Sie Ihren Urlaub für dieses Jahr schon gebucht? Wenn nicht, könnten Sie sich beim Planen fast wie ein Krisenmanager fühlen. Erst der Blick aufs Reiseziel: „Geht das überhaupt?“ Dann der Blick auf die Verbindung: „Warum gibt es so wenige Flüge und warum sind sie plötzlich so teuer?“ Und wenn es am Ende doch der Plan B wird, also Urlaub im eigenen Land: „Seit wann kostet selbst das Wochenende im Grünen so viel?“ Was hinter diesen Fragen steckt und wie sich Reiseziele, Buchungsverhalten und Preise gerade verschieben, schauen wir uns in diesem Titelthema an.

 

Was hinter diesen Fragen steckt und wie sich Reiseziele, Buchungsverhalten und Preise gerade verschieben, schauen wir uns in diesem Titelthema an.

 

Wohin geht's noch?

 

Ein Frühindikator für das Reiseverhalten sind Buchungsplattformen. Booking Holdings hat Ende April 2026 den Ausblick für das jährliche Umsatzwachstum gesenkt – von niedrig zweistellig auf hoch einstellig. Als Grund nennt das Unternehmen unter anderem die geringere Planbarkeit durch den Nahostkonflikt, verbunden mit höheren Stornoraten und schwächerer Nachfrage auf betroffenen Routen. Diese Effekte könnten mindestens bis Ende Juni 2026 anhalten (Stand: 28.04.2026).

 

Die Unsicherheit spiegelt sich nicht nur in Such- und Buchungsmustern, sondern auch in der Stimmung der Branche. Das ifo-Geschäftsklima für Reisebüros und Reiseveranstalter ist in den vergangenen Monaten spürbar zurückgegangen (März: -41,7 Punkte). Die Folgen zeigen sich nicht nur in Stornos und Nachfrage, sondern auch darin, dass sich Reiseströme deutlich verschieben. Wohin geht es für viele jetzt überhaupt noch?

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten der ifo Konjunkturumfrage, März 2026. Zeitraumbetrachtung März 2025 bis März 2026.

TUI beschreibt genau diese Verschiebung: Das östliche Mittelmeer verzeichnet einen deutlichen Buchungsrückgang. Besonders betroffen sind Reisen nach Ägypten, Jordanien und in die Golfregion – wegen der Sicherheitslage und Reisewarnungen. Gleichzeitig profitieren Spanien und das westliche Mittelmeer als Ausweichziele, auch Griechenland bleibt gefragt.

Auch Expedia beobachtet bei Such- und Buchungsmustern deutliche Verschiebungen. International verzeichnet Expedia einen Rückgang der Suchanfragen für die Golfregion (bis zu -27 %). Gleichzeitig zeigt der Report „Unpack ’26“ einen Trend zu weniger überlaufenen Zielen. Stark wachsende Suchanfragen gibt es etwa für Sardinien (+63 %), Okinawa (+71 %) oder Big Sky, Montana (+92 %).

Wie schnell Geopolitik operativ durchschlagen kann, zeigt ein Beispiel aus dem Kreuzfahrtgeschäft: TUI Cruises hat Kreuzfahrten im Persischen Golf aufgrund der Sicherheitslage eingestellt. Rückholaktionen für rund 10.000 Gäste kosteten den Konzern im März 2026 etwa 40 Mio. Euro.

Dazu kommt ein Trend, der viele Reiseveranstalter nervös macht: sehr kurzfristige Buchungen. Expedia berichtet, dass kurzfristige Suchanfragen (0 bis 13 Tage vor Reiseantritt) um 10 % gestiegen sind. Gleichzeitig nehmen in der EMEA-Region sehr frühe Buchungen (mehr als sechs Monate im Voraus) teils deutlich zu (bis zu +75 %). Das könnte daran liegen, dass Fernreisen eher „auf Sicht“ geplant werden, um flexibel zu bleiben. Bei stabileren Zielen wird eher früh gebucht, um Preise und Verfügbarkeit zu sichern.

 

Knappheit über den Wolken

Wer an Tourismus denkt, denkt oft an Strände und Städtetrips. Fluggesellschaften denken zuerst an etwas anderes: Treibstoff, Flugzeuge, Auslastung.

Aufgrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der Blockade wichtiger Handelsrouten ist die Kerosinversorgung erheblich eingeschränkt, was die Treibstoffpreise auf Höchststände getrieben hat (zuletzt bei rund 1.507,50 USD, Stand: 04.05.2026).

 

 

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten aus LSEG, Stand: 04.05.2026. Zeitraumbetrachtung April 2025 bis April 2026. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. **

Bei Lufthansa zeigt sich das aktuell besonders deutlich. Die Gruppe streicht bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge im europäischen Netz, wodurch laut Berichten etwa 120 Verbindungen täglich wegfallen. Betroffen sind vor allem unwirtschaftliche Strecken ab Frankfurt und München, gleichzeitig wird das Netz an anderer Stelle angepasst. Zudem sind zahlreiche Verbindungen in den Nahen Osten aufgrund der Sicherheitslage teils bis Oktober ausgesetzt.

Auch die Flotte steht auf dem Prüfstand: Lufthansa-Chef Carsten Spohr prüft laut Berichten die vorübergehende Stilllegung von bis zu 20 Flugzeugen, darunter verbrauchsintensivere Modelle. Das kann je nach Strecke zu erheblichen Preisaufschlägen führen.

Schon gewusst?

Auch Sie können sich gegen Preisschwankungen absichern. Wie das geht erfahren Sie in der HSBC Masterclass.

 

Laut eigenen Aussagen hat Lufthansa über 80 % des Treibstoffbedarfs für 2026 finanziell gegen Preisschwankungen abgesichert. Trotzdem bleiben Restmengen und Absicherungskosten ein relevanter Faktor – und am Ende zählt, wie gut sich höhere Kosten in Ticketpreise übersetzen lassen.

Auch andere Fluggesellschaften sind mit den aktuellen Herausforderungen konfrontiert. Delta Air Lines rechnet durch den Nahost-Konflikt mit einer zusätzlichen Treibstoffrechnung von über 2 Mrd. USD bis Ende Juni 2026. CEO Ed Bastian kündigte an, dass Delta versuchen werde, 40 % bis 50 % dieser Mehrkosten über höhere Preise und Gebühren (z. B. Gepäckgebühren) weiterzugeben. Delta Air Lines hat eine Besonderheit, die nicht jede Airline hat: eine eigene Raffinerie in Pennsylvania, die im zweiten Quartal 2026 einen Gewinnbeitrag von rund 300 Mio. USD leisten soll.

 

Plan B für den Urlaub: „Staycation“

Wenn Fernreisen unsicherer oder teurer wirken, wird der Radius kleiner. Und das heißt nicht automatisch „gar nicht reisen“, sondern oftmals anders reisen.

Airbnb sieht eine stärkere Tendenz zu kurzfristigen 48-Stunden-Kurztrips, oft in der näheren Umgebung. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch die zuletzt steigenden Spritpreise, die auch die Anreiseentfernung bei Urlaubern einschränken könnten.

 

Gleichzeitig sind die Suchanfragen nach Unterkünften in oder nahe Nationalparks weltweit um rund 35 % gestiegen. Das passt zu Zahlen des Statistischen Bundesamts. Camping erreichte 2025 mit 44,7 Millionen Übernachtungen einen Rekord und lag damit rund 25 % über dem Vor-Corona-Niveau 2019. Auffällig ist auch die Preisentwicklung. Wohnmobilstellplätze waren 2025 um 32,2 % teurer als 2020, Campingplatzgebühren stiegen um 28,7 %.

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten des Statistischen Bundesamt (Destatis), Stand: 04.05.2026. Zeitraumbetrachtung 1996 bis Dezember 2025.

Es zeigt, wie sich Tourismus anpasst, wenn Planbarkeit und Kosten wichtiger werden. Es wird nicht zwingend weniger gereist, doch die eigene Urlaubsplanung wird stärker an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.

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