ADR, ADS und GDR im Überblick

ADR, ADS, GDR – was ist was?

Unternehmen aus Märkten mit besonderen regulatorischen Anforderungen für internationale Anleger*innen (z.B. Süd-Korea oder China) können ihre Aktien zusätzlich über Hinterlegungsscheine an ausländischen Börsen handelbar machen. Diese heißen in den USA „ADR“ (American Depositary Receipt) und international „GDR“ (Global Depositary Receipt). Anleger*innen kaufen dabei nicht direkt die lokale Aktie, sondern ein Wertpapier, das die Wertentwicklung der zugrunde liegenden Aktie nachbildet. Entscheidend sind dabei Handelsplatz, Handelswährung und das Umtauschverhältnis zwischen Hinterlegungsschein und Aktie.

ADR (American Depositary Receipt):

Ein ADR ist ein in den USA handelbarer Hinterlegungsschein auf eine ausländische Aktie. Er wird in USD gehandelt und folgt den US-Handels- und Abwicklungsregeln. Emittiert wird er von einer Depotbank (Depositary Bank), die die zugrunde liegenden Aktien (oder entsprechende Ansprüche) verwahrt.

ADS (American Depositary Share)

Die zugrunde liegende “Einheit” hinter dem ADR. Ein ADR kann eine oder mehrere ADS verbriefen. Eine ADS wiederum kann einem Bruchteil oder einem Vielfachen einer Aktie entsprechen (z. B. 1 ADS = 0,5 Aktie oder 1 ADS = 2 Aktien). Dieses Umtauschverhältnis wird oft als „Depositary Ratio“ bezeichnet. 

GDR (Global Depositary Receipt)

Ein Hinterlegungsschein nach dem gleichen Prinzip wie ein ADR aber typischerweise außerhalb der USA (z.B. London, Luxemburg oder andere internationale Handelsplätze). Handelswährung und Handelszeiten hängen vom jeweiligen Handelsplatz (Listingplatz) ab.

 

Handelszeiten – wann kann ich was handeln?

ADRs werden an ihrem US-Listingplatz (z. B. NYSE/Nasdaq) zu US-Handelszeiten gehandelt. GDRs werden an ihrem jeweiligen Listingplatz gehandelt (z.B. Börse Frankfurt) und damit typischerweise zu europäischen Handelszeiten. Weil die Instrumente zu unterschiedlichen Zeiten aktiv gehandelt werden, können Kursreaktionen auf Nachrichten tatsächlich zu unterschiedlichen Tageszeiten sichtbar werden. Im Vergleich zur Heimatbörse können Preisbewegungen zeitversetzt auftreten. Teilweise werden sie auch vorweggenommen, wenn Nachrichten in die Handelszeit des jeweiligen „Depositary Receipts“ (Hinterlegungsscheins) fallen.

Das ist insbesondere bei Knock-out-Produkten wichtig, da ein Knock-out-Ereignis in der Regel nur eintreten kann, wenn die Relevante Referenzstelle geöffnet ist.

 

Wechselkursschwankungen – welche Währungsrisiken entstehen?

Bei einem GDR setzen sich Kursbewegungen typischerweise aus zwei Faktoren zusammen:

  1. der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie am lokalen Markt und
  2. dem Wechselkurs zwischen der Lokalwährung (z.B. KRW) und der Handelswährung des GDR (z.B. EUR).

Dadurch kann sich der GDR-Preis auch dann spürbar verändern, wenn sich die Aktie in ihrer Heimatwährung kaum bewegt.

ADRs werden in USD gehandelt; entsprechend beeinflusst der Wechselkurs zwischen Lokalwährung und USD den ADR-Preis. Da unsere Produkte auf ADRs in EUR notieren, wirkt zusätzlich die Umrechnung USD/EUR. Wechselkursbewegungen können die Wertentwicklung des Produkts daher spürbar beeinflussen.

 

Am Beispiel: SK Hynix

Umtauschverhältnis (Ratio):

ADR: 1 ADR entspricht 0,1 Aktien. 

GDR: 1 GDR entspricht 1 Aktie.

 

Übersicht (ADR vs. GDR):

SK HynixADRGDR
Relevante ReferenzstelleNASDAQ Stock MarketDeutsche Börse AG (Börse Frankfurt)
Handelszeiten der Relevanten ReferenzstelleCa. 15:30 Uhr bis 22:00 UhrCa. 08:00 Uhr bis 22:00 Uhr 
(+ Schlussauktion)

Dementsprechend kann ein Knock-out-Ereignis bei Knock-out-Produkten auf das SK Hynix ADR im Zeitfenster 15:30 – 22:00 Uhr und bei Knock-out-Produkten auf das SK Hynix GDR im Zeitfenster 08:00 – 22:00 Uhr (inkl. Schlussauktion) eintreten.

Unsere Produkte sind in der Regel von 08:00 - 22:00 Uhr handelbar.

 

ADR – fiktive Umrechnung¹ anhand eines Open End-Turbo-Optionsscheins²:

SK Hynix Aktie an der Heimatbörse: KRW (Südkoreanischer Won) 2.200.000

Währungswechselkurs: USD/KRW = 1.500 KRW je 1 USD

ADR-Ratio: 1 ADR = 0,1 Aktie

Währungswechselkurs: USD/EUR = 0,875 EUR je 1 USD

Produktspezifika des OET²-Calls: Basispreis: 130 USD; Bezugsverhältnis 1

  1. Schritt - Wert des ADR (in USD):
    ADR = Wert 0,1 Aktie in USD ≈ (2.200.000 / 1.500) × 0,1 ≈ USD 146,66
     
  2. Schritt - indikativer Wert des in EUR-notierten Produkts:
    Geldkurs (ohne Berücksichtigung des Aufgeldes) = 
    (146,66 USD – 130 USD) x 1 x 0,875 ≈ 14,58 EUR
     

Was bedeutet das für den Handel im Alltag?

Steigt (fällt) der USD/KRW-Wechselkurs, kann der ADR-Kurs in USD auch ohne Aktienbewegung steigen (fallen). Steigt (fällt) zusätzlich der USD/EUR-Kurs, kann der Kurs unseres in EUR-notierten Produkts weiter steigen (fallen).

Durch abweichende Handelszeiten können zudem Kurslücken (sog. Gaps) zwischen Heimatbörse, GDR und ADR auftreten, die auch zu einem Knock-out-Ereignis führen können.

Grundsätzlich sollten Anleger*innen die Funktionsweise und Risiken von Knock-out-Produkten, insbesondere das Risiko eines Knock-out-Ereignisses und des damit einhergehenden Totalverlusts, verstehen.
Zusätzlich ist für alle Produkte von HSBC das Emittentenrisiko zu berücksichtigen. Ein Totalverlust ist möglich, wenn der Emittent der Wertpapiere und, sofern relevant, die Garantin zahlungsunfähig werden.

 

Hinweise

1Kosten

Transaktionskosten und Ihr Depotpreis (soweit diese anfallen) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt und wirken sich negativ auf die Wertentwicklung der Anlage aus. Bei einer Anlagesumme von EUR 1.000,00 werden für den Erwerb und die Veräußerung Transaktionskosten i.H.v. jeweils z.B. 1,00 % sowie ein Depotpreis i.H.v. z. B. 0,5% p.a. berechnet (die tatsächlichen Entgelte ergeben sich aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank). Die dargestellte Wertentwicklung verringert sich in diesem Beispiel bei einer unterstellten Haltedauer von fünf Jahren durch diese Entgelte um EUR 45,00. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

 

2Kündigungsrecht des Emittenten

Der Emittent ist berechtigt, die Wertpapiere mit unbestimmter Laufzeit (open end) insgesamt, aber nicht teilweise, zu kündigen. Details zur Kündigung durch den Emittenten sind in den allein maßgeblichen Wertpapierbedingungen geregelt.