Die Ereignisse vom Wochenende im Nahen Osten belasten die Finanzmärkte. Die Energiepreise steigen in die Höhe und der Euro gerät unter Druck. Lanxess kann seine Anteile an Envalior nicht verkaufen und die Beiersdorf Aktie verliert an Wert.
Globaler Aktienmarkt – DAX® verzeichnet Verluste
Die Aussichten für den DAX® im Februar schienen zunächst optimistisch doch die Ereignisse im Nahost-Konflikt am vergangenen Wochenende setzten die Indizes zeitweise unter Druck. Bereits zum Börsenstart am Montag gab der DAX® ca. um 2 Prozent nach und unterschritt am Dienstag 24.000 Punkte bei einem Tagestief von ca. 23.601 Punkten. Zur Wochenmitte konnte sich der deutsche Leitindex wieder leicht erholen und der 24.000 Punkte-Marke bis Donnerstagnachmittag standhalten. Am letzten Börsenhandelstag der Woche fiel der DAX®-Kurs zeitweise nachmittags auf ca. 23.400 Punkte.
Der Dow Jones Industrial Average® setzte am Montag zunächst seinen Kurs von Freitag fort und ging mit ca. 48.905 Punkten aus dem Handel. Am Dienstag erreichte der Index ein Tagestief von ca. 47.626 Punkten, notierte jedoch am Mittwoch wieder über 48.000 Punkten. Der S&P500® zeigte ebenfalls Schwankungen mit einem Tiefststand von ca. 6.710 Punkten am Dienstag. Der Technologie-Index Nasdaq-100® gab am Dienstag nach, erreichte jedoch am Mittwoch zum Börsenschluss einen Kurs von über 25.000 Punkten. Am Donnerstag zeigten sich die US-Indizes erneut etwas schwächer: Der Dow Jones Industrial Average® notierte zeitweise zu ca. 47.670 Punkten und auch der Nasdaq-100® konnte die 25.000 Punkte-Marke zunächst nicht mehr halten.
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Wichtige Entwicklungen auf politischer Ebene
Der seit dem letzten Wochenende andauernde Iran-Konflikt führte zu einem sprunghaften Anstieg der Öl- und Gaspreise. Insbesondere durch die Sperrung der wichtigen Handelsroute von Hormus werden die Energietransporte belastet. Die Ölsorte WTI erreichte einen neuen Höchststand seit rund drei Jahren mit ca. 89 US-Dollar je Barrel, während sich die Sorte Brent zeitweise auf ca. 90 US-Dollar verteuerte. Da die asiatischen Märkte nun nach alternativen für ausfallende Gaslieferungen aus Katar suchen, steigen auch die Gaspreise deutlich an.
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Zentrale konjunkturelle Ereignisse
Durch die Engpässe der Öl- und Gasimporte aus dem Nahen Osten könnte die Inflation kurzfristig in der Eurozone laut Philipp Lane, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), steigen. Derzeit entstehe noch keine Knappheit, da die Reserven den Bedarf decken könnten. Die Bedenken richten sich bereits auf die zukünftige Angebotsmenge und einen globalen Wettbewerb um die Vorräte. Die Gasspeicher in Deutschland sind derzeit im Vergleich zum EU-Durchschnitt auf einem niedrigeren Niveau, weshalb die Kosten für eine Befüllung der Speicher höher ausfallen könnte. Zudem entschied ein US-Handelsgericht, dass einige US-Zölle zu Unrecht erhoben wurden und demnach Rückzahlungen in Höhe von über 130 Milliarden US-Dollar für die US-Regierung fällig werden könnten. Die jüngst veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für Februar zeigten einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent. Im Gegensatz zum US-Dollar steht der Euro derzeit unter Druck. Zu Beginn der Woche notierte der Euro im Tief zu ca. 1,15 US-Dollar und stieg am Donnerstag jedoch zunächst auf 1,16 US-Dollar an.
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Bedeutende Unternehmensnachrichten
Zum Börsenstart am Dienstag erlitt der Aktienkurs der Beiersdorf AG starke Verluste. Zum Vormittag rutschte der Kurs um ca. 19 Prozent ab und verblieb auf dem Niveau über die folgenden Tage. Grund dafür könnte die Veröffentlichung der Jahresergebnisse von 2025 sein. Der DAX®-Konzern verzeichnete ein organisches Umsatzwachstum von ca. 2,4 Prozent und prognostiziert für das laufende Jahr eine flache bis leicht wachsende organische Umsatzentwicklung.
Der Spezialchemiekonzern Lanxess veröffentlichte am Donnerstag, dass im Jahr 2026 die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht von Advent HoldCo übernommen werden. Dies hatte Advent HoldCo dem Konzern nun mitgeteilt. Lanxess betont dennoch, auch ohne die Einnahmen aus dem Verkauf im Jahr 2026 solide finanziert zu sein. Am Freitag verlor die Aktie von Lanxess daraufhin knapp 10 Prozent und notierte zum Börsenstart 14,67 Euro.
BMW wird derzeit wegen mehrerer Faktoren belastet, kurz bevor am 12. März der Jahresbericht veröffentlicht wird. Zum einen aufgrund von zwei Rückrufaktionen, die eine große Anzahl an Fahrzeugen, vor allem margenstarke Modellreihen, betrifft. Zum anderen prüft der Bundesgerichtshof bis zum 23. März, ob ab November 2030 keine „klimaschädlichen“ Neuwagen von BMW mehr verkauft werden dürften. Über die Woche verlor die Aktie bis Freitag über 7 Prozent.
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