Die Aktie von Rheinmetall steht am Mittwochvormittag deutlich unter Druck. Im frühen Handel verliert das Papier zwischenzeitlich um etwa 15 % und verzeichnet damit den größten Tagesrückgang seit rund 25 Jahren. Auslöser ist eine Entscheidung aus Berlin: Verteidigungsminister Boris Pistorius plant, einen Großauftrag der Bundeswehr für Fregatten des Typs F128 zu stoppen und stattdessen acht sogenannte Meko-Fregatten beim deutschen Hersteller Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) zu beschaffen. Diese Schiffe gelten als besonders geeignet für Aufgaben wie die U‑Boot‑Jagd.
Am Markt zeigt sich die Reaktion spiegelbildlich: Während Rheinmetall deutlich nachgibt, zieht die TKMS-Aktie am Vormittag um etwa 9 % an. Für Rheinmetall kommt die Nachricht zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen zuletzt auch positive Impulse gesetzt hatte: Anfang Juni wurde ein milliardenschwerer Auftrag aus Rumänien bekanntgegeben, der eine langfristige Partnerschaft und die Lieferung von Flugabwehrsystemen umfasst. Die aktuelle Entwicklung rund um das Fregattenprojekt überlagert diese Meldung jedoch deutlich, zumal der stornierte Auftrag über das Tochterunternehmen Naval Vessels Lürssen (NVL) als Generalunternehmer hätte umgesetzt werden sollen.
Auf der anderen Seite erhält TKMS derzeit zusätzliche Aufmerksamkeit durch internationale Perspektiven: Das Unternehmen gilt als einer der Kandidaten im Wettbewerb um ein kanadisches Großprojekt für rund ein Dutzend U‑Boote mit einem Volumen von etwa 37 Mrd. Euro.
Seit Jahresbeginn liegt TKMS an der Börse in Summe um etwa 20 % im Plus, während Rheinmetall im gleichen Zeitraum ungefähr 37 % tiefer notiert.
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| Rheinmetall | TKMS AG + Co. KGAA O.N. |
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