Zusammen mit Ihnen wollen wir einen Blick auf die aktuelle Wochenhistorie werfen. Was war wichtig? Was bewegte den Markt? Wir haben die wichtigsten Ereignisse übersichtlich für Sie zusammengefasst.
Zins- und Geopolitikthemen bestimmten die Woche: Der DAX® konsolidierte nach dem Rekordhoch und rutschte zeitweise unter rund 26.000 Punkte, während Dow Jones®, S&P 500® und Nasdaq‑100 Index® vor allem auf schwankende Anleiherenditen und höhere Ölpreise reagierten. Im Fokus standen zudem Europas Gaspreisrisiko sowie Unternehmensnews zu Meta, Alibaba und Moderna.
Globaler Aktienmarkt – DAX® konsolidiert, US-Indizes schwanken
Der DAX® blieb in dieser Woche nach dem Rekordhoch von rund 26.573 Punkten zunächst in Reichweite seiner Bestmarke, fand aber insgesamt wenig Rückenwind. Zum Wochenauftakt bewegte sich der Index noch nahe am Hoch, drehte zum Handelsschluss jedoch leicht ins Minus bei ca. 26.338 Punkten. Ab Dienstag setzte sich dann eine moderatere Korrektur fort: Steigende Anleiherenditen, erneut anziehende Ölpreise sowie schwächere Vorgaben aus Übersee bremsten die Risikobereitschaft, sodass der DAX® bis Donnerstag auf etwa 25.983 Punkte fiel und zwischenzeitlich unter die 26.000-Punkte-Marke rutschte. Am Freitag deutete sich nach vier Verlusttagen eine Stabilisierung an. Der DAX® arbeitete sich im frühen Handel wieder über die 26.000 Punkte (auf rund 26.063 Punkte), auch wenn er auf Wochensicht weiterhin auf ein Minus von etwa 1,4 % bis 1,7 % zusteuert.
An den US-Börsen sorgten in dieser Woche vor allem geopolitische Schlagzeilen und das Zinsumfeld für Bewegung: Am Montag belasteten die eingetrübten Aussichten auf eine Deeskalation im Nahen Osten die Indizes. Der Dow Jones® schloss bei rund 53.459 Punkten, der S&P 500® bei ca. 7.745 und der Nasdaq-100 Index® bei etwa 29.995 Punkten. Am Dienstag gingen Anleger angesichts deutlich gestiegener Anleiherenditen insbesondere im finanzierungsintensiven Technologiesektor auf Abstand, wodurch der Nasdaq-100 Index® auf rund 29.491 Punkte nachgab, während Dow Jones® und S&P 500® moderater fielen. Zur Wochenmitte stützten sinkende Renditen nach Ankündigungen des US-Finanzministeriums zum Rückkauf langlaufender Anleihen den Gesamtmarkt teilweise: Der Dow Jones® legte auf etwa 53.463 zu, der S&P 500® auf ca. 7.708, während der Nasdaq-100 Index® leicht auf etwa 29.426 nachgab. Am Donnerstag drehte die Stimmung erneut nach unten mit gestiegenen Ölpreisen und anziehenden Renditen, die den Dow Jones®zum Börsenschluss auf ca. 52.759, den S&P 500® auf rund 7.641 und den Nasdaq-100 Index® auf etwa 29.213 Punkte drückten.
Wichtige Entwicklungen auf geopolitischer Ebene
Zuletzt rückte in Europa vor allem die Gasversorgung im Vorfeld des Winters wieder stärker in den Fokus. Im Zentrum steht dabei die Straße von Hormus: Mögliche Störungen bei LNG-Transporten treffen auf eine steigende Nachfrage aus Asien, wodurch Europa stärker um verfügbare Ladungen konkurrieren muss. Gleichzeitig zeigen die Speicherstände, dass insbesondere Deutschland mit ungewöhnlich niedrigen Füllständen in die Heizsaison startet. Europa erhielt zwischen Mai und Juli zwar im Schnitt rund 105 LNG-Ladungen pro Monat, benötigt worden wären jedoch etwa 130, um die Speicher bis Anfang Dezember auf rund 80 % zu bringen. Der Markt spiegelt diese Lage bereits in den Preisen wider: Am TTF lag Erdgas zuletzt bei etwa 65 EUR/MWh (vor Beginn des Iran-Kriegs rund 30 EUR/MWh). Die EU-Kommission sieht allerdings bei einem EU-weiten Füllstand von etwa 62 % kein Risiko für die Versorgungssicherheit und das Bundeswirtschaftsministerium verweist auf zusätzliche Importmöglichkeiten sowie die Bedeutung des europäischen Netzes.
Zentrale konjunkturelle Ereignisse
Mit dem Renditeanstieg am langen Ende des US-Anleihemarkts rückte in dieser Woche die wachsende US-Staatsverschuldung (inzwischen über rund 40 Billionen US-Dollar) in den Mittelpunkt. Um nach dem breiten Ausverkauf die Marktliquidität zu stützen, kündigte das US-Finanzministerium an, die Rückkäufe älterer, weniger liquider US-Treasuries ab dem 9. September 2026 deutlich auszuweiten und die Obergrenze je Transaktion auf etwa 4 Mrd. US-Dollar zu verdoppeln (ein Programm, das bereits im Mai 2024 gestartet wurde). Die Signalwirkung sorgte zunächst für Entspannung: Langlaufende Renditen kamen von ihren Mehrjahreshochs zurück, was Risikoanlagen kurzfristig stützte. Gleichzeitig setzte die Maßnahme den US-Dollar deutlich unter Druck.
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Bedeutende Unternehmensnachrichten
Beim Meta-Konzern rückte am Dienstag ein in Kalifornien gestarteter Gerichtsprozess in den Mittelpunkt, der den Aktienkurs spürbar belastete. Die Aktien gaben um rund 4,45 % auf ca. 543,67 USD nach und setzten damit den Abwärtstrend fort (rund -6,4 % binnen einer Woche, etwa -16,1 % im Monatsvergleich; zudem knapp 29,9 % unter Vorjahr). Mehrere US-Bundesstaaten (u. a. Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey) werfen Meta vor, Jugendliche durch suchtfördernde Mechanismen wie Endlos-Scrolling, Autoplay, häufige Benachrichtigungen oder „Gefällt mir“-Zählungen zu binden und Risiken für die mentale Gesundheit verharmlost zu haben. Für Anleger stehen dabei weniger mögliche Strafzahlungen als potenzielle Auflagen im Fokus, sondern die Forderung, Nutzerdaten unter 13 Jahren zu löschen und bestimmte Engagement-Funktionen zu streichen, was Auswirkungen auf zentrale Plattformfunktionen und damit potenziell auch auf das Werbegeschäft haben könnte.
Bei Alibaba fielen die jüngsten Quartalszahlen gemischt aus: Zwar wuchs der Umsatz um ca. 9 % auf rund 269 Mrd. CNY (ca. 39,64 Mrd. USD), gleichzeitig brach allerdings der Nettogewinn um etwa 75 % auf rund 10,44 Mrd. CNY (ca. 1,54 Mrd. USD) ein. Treiber der Ergebnisbelastung waren vor allem stark steigende Ausgaben für KI-Infrastruktur (Investitionen gestiegen um ca. 75 % auf rund 67,7 Mrd. CNY), ein rückläufiges operatives Ergebnis sowie geringere Erträge aus Beteiligungsverkäufen und Bewertungsgewinnen. Das neu geordnete Segment „AI Cloud and Compute Services“ legte beim Umsatz um etwa 45 % auf rund 48,44 Mrd. CNY zu, während hohe Investitionsausgaben im Bereich „AI Labs and Applications“ die Profitabilität drückten. Die Aktie reagierte zunächst mit Verlusten, stabilisierte sich kurzzeitig, und blieb dann im Tagesverlauf volatil.
Im Biotech-Sektor sorgte Moderna zur Wochenmitte für einen Paukenschlag: Nach positiven Ergebnissen aus einer Phase‑3‑Studie in Kollaboration mit Merck zur Kombination aus dem personalisierten mRNA-Impfstoff „Intismeran“ und der Immuntherapie Keytruda sprang die Aktie am Mittwoch um rund 177 % nach oben, während Merck im Zuge der Nachrichten ebenfalls deutlich zulegte (ca. +12,6 %). Im Fokus steht dabei das primäre Studienziel, die Zeit bis zu einem Wiederauftreten von Melanomen bei Hochrisikopatienten nach einer Operation zu verlängern. Nach dem Kurssprung ging es jedoch auch wieder runter: Am Donnerstag zeigte sich Moderna vorbörslich wieder deutlich schwächer (rund -10 %), Merck gab ebenfalls nach.
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